Kiel

Volle Kraft voraus für Kinderpathologie

Das Kinder-Tumorregister am Campus Kiel des Uniklinikums Schleswig-Holstein hat Pionierarbeit geleistet. Nun ist die Modernisierung der Kinderpathologie abgeschlossen. Die Deutsche Krebshilfe war bei der Zukunftssicherung an Bord.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Schlüsselübergabe in der Sektion für Kinderpathologie am UKSH unter anderem mit Professor Ivo Leuschner, Leiter der Kinderpathologie (2. v.r.), und UKSH-Chef Professor Jens Scholz (r.).

Schlüsselübergabe in der Sektion für Kinderpathologie am UKSH unter anderem mit Professor Ivo Leuschner, Leiter der Kinderpathologie (2. v.r.), und UKSH-Chef Professor Jens Scholz (r.).

© UKSH

KIEL. Die Modernisierung der Sektion für Kinderpathologie des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist abgeschlossen.

Vor Kurzem wurde nun offiziell der Schlüssel übergeben. Die Baumaßnahme war nach UKSH-Angaben Teil einer umfangreichen Förderungszusage der Deutsche Krebshilfe in Höhe von 2,36 Millionen Euro zugunsten des Zentralen Kinder-Tumorregisters an der Sektion für Kinderpathologie, die seit 2007 unter der Leitung von Professor Ivo Leuschner steht.

Mit der finanziellen Zuwendung würdigt die Deutsche Krebshilfe die große bundesweite Bedeutung dieser Institution für die Erforschung und Behandlung von Kinderkrebserkrankungen in Deutschland.

An der Baumaßnahme hatten sich auch das UKSH und die Medizinische Fakultät der CAU mit jeweils 100.000 Euro beteiligt.

"Die Modernisierung der Sektion für Kinderpathologie, die die Deutsche Krebshilfe ermöglicht hat, ist ein wichtiger Schritt, um in der Krankenversorgung und Forschung in diesem Bereich bestmöglich aufgestellt zu sein", verdeutlichte Professor Christoph Röcken, Prodekan der Medizinischen Fakultät der CAU und Direktor des Instituts für Pathologie.

Laut Institut wird in Deutschland jährlich bei 1800 Kinder eine onkologische Erkrankung diagnostiziert.

50.000 Gewebeproben von Kindern

Das Kinder-Tumorregister sei die einzige Einrichtung, in der deutschlandweit zentral histopathologische Untersuchungen bei Kindern mit soliden Krebserkrankungen durchgeführt würden, es werden somit krankhafte Veränderung in Geweben von Kindern untersucht und registriert.

Das Kinder-Tumorregister sei zudem als Referenzzentrum für die Diagnosen von kindlichen Krebserkrankungen an den meisten Behandlungsstudien in Deutschland beteiligt und genieße weltweit einen exzellenten Ruf.

Das Kinder-Tumorregister wurde nach UKSH-Angaben 1977 auf Initiative der deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und der deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) gegründet.

Seit den 1970er-Jahren seien bereits mehr als 50.000 Gewebeproben von Kindern beurteilt und für wissenschaftliche Zwecke archiviert worden.

Zusammen mit verschiedenen Behandlungsstudien für Krebserkrankungen im Kindesalter würden die Daten ausgewertet und für neue Forschungsprogramme zur Verfügung gestellt. Die Erfahrung des Kinder-Tumorregisters komme den in den Kinderkliniken des UKSH behandelten Kindern mit einer Krebserkrankung direkt zugute.

"Heute können vier von fünf an Krebs erkrankte Kinder geheilt werden - dank des rasanten medizinischen Fortschritts der vergangenen Jahre", so Gerd Nettekoven, Chef der Deutschen Krebshilfe.

"Dennoch gibt es immer noch einige Krebsarten mit schlechter Prognose für die Betroffenen. Somit ist es auch zukünftig sehr wichtig, die Kinderkrebsforschung voranzutreiben", so Nettekoven weiter.

Die Kieler Kinderpathologie sei nun modernisiert und neue Stellen geschaffen worden. So könnten die Ärzte und Wissenschaftler ihre Anstrengungen weiter intensivieren.

"Mit der Modernisierung der Sektion machen wir den Stellenwert der Kinderpathologie deutlich. Deutschlandweit gibt es nur noch 100 Kinderpathologen, die mit ihrem hoch spezialisierten Wissen bei krankhaften Veränderungen des kindlichen Gewebes die Morphologie und physiologischen Entwicklung berücksichtigen können.", erläuterte UKSH-Chef Professor Jens Scholz.

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