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Kapitalanlage

Vor allem im Westen müssen neue Heime her

Eine Bedarfsanalyse, die Auskunft darüber gibt, in welchen Regionen sich Investitionen in Pflegeimmobilien lohnen könnten, hat jetzt zum 3. Mal das Beratungsunternehmen Wüest Partner aufgestellt.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:
Stationäre Pflegeplätze zunehmend nachgefragt.

Stationäre Pflegeplätze zunehmend nachgefragt.

© Peter Atkins / Fotolia

BERLIN. Die Babyboomer steuern stramm auf das Rentenalter zu. Und darüber hinaus auch in die stationäre Pflege.

Ein neuer Report des Berliner Immobilienberaters Wüest Partner prognostiziert, dass bundesweit bis 2035 rund 230.000 Pflegeplätze zusätzlich benötigt werden.

Am Dienstag veröffentlichte das Unternehmen die inzwischen dritte Ausgabe seines "Pflegeheim-Atlas Deutschland". Danach könnte sich die Anzahl pflegebedürftiger Bürger von 2,9 Millionen (2015) auf 3,8 Millionen in 2035 erhöhen, heißt es. Davon würde voraussichtlich rund ein Drittel einen Heimplatz nachfragen.

Wichtiger noch als die nackten Zahlen sind für den Immobilienberater aber die Lagen, in denen langfristig Baubedarf besteht.

Das ist dem Report zufolge vor allem im Westen der Republik der Fall: Die Liste der zehn Regionen mit dem größten zusätzlichen Pflegeplatzbedarf wird angeführt von Berlin und Hamburg, die in den kommenden 20 Jahren 10.400 und 3600 Plätze extra benötigten.

Lohnende Investitionen versprechen laut Wüest aber auch die Landkreise Hannover (3200 Plätze zusätzlicher Bedarf) und Rhein-Sieg (2100).

Auf den weiteren Plätzen rangieren Köln (1883) und München (1882), die Landkreise Rhein-Neckar (1647), Karlsruhe (1636) und Ortenau (1563) sowie die Stadt Bremen (1494).

Rechnerische Überversorgung

Mit Datenstand 2016 weist der Wüest-Report bundesweit rund 13.500 Pflegeheime aus, die teil- oder vollstationäre Pflegeleistungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz anbieten. Das entspreche rund 929.000 Pflegeplätzen, von denen die meisten (rund 866.000) für eine vollstationäre Dauerpflege geeignet seien.

Die durchschnittliche Auslastung der verfügbaren Pflegeplätze habe zuletzt 87,6 Prozent betragen. Daraus ergebe sich zwar "eine rechnerische Überversorgung von 12,4 Prozent".

Was aber nicht überbewertet werden dürfe. Einerseits befänden sich etliche ältere Einrichtungen zwar noch in Betrieb, entsprächen aber "nicht mehr in vollem Umfang den aktuellen Anforderungen". Andererseits wiesen einige Häuser "eine Größe auf, die betriebswirtschaftlich langfristig nicht sinnvoll ist".

Hinsichtlich der Investitionstätigkeit im deutschen Markt der Pflegeimmobilien sei 2016 ein "Rekordjahr" gewesen, heißt es weiter. Rund 3,0 Milliarden Euro hätten Anleger "durch große Portfolio-Deals" in hiesige Heime gesteckt.

Danach seien 2017 vor allem kleinere Einzeltransaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund einer Milliarde Euro zu beobachten gewesen. Institutionelle Anleger würden den Pflegeimmobilien-Besitz mit zuletzt (2017) 64 Prozent Anteil dominieren.

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