Uniklinik Gießen und Marburg

Werden 30 Ärzte entlassen?

MARBURG (coo). Der Personalabbau am privatisierten mittelhessischen Universitätsklinikum Gießen und Marburg wird auch Ärzte treffen. Davon zeigt sich der zuständige Personalratsvorsitzende des Großkrankenhauses, Franz-Josef Schmitz, überzeugt.

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Nach seinen Informationen sollen etwa 30 Arztstellen gestrichen werden. Bislang arbeiten insgesamt etwa 1400 Mediziner im Klinikum, das insgesamt 9700 Menschen beschäftigt. Schmitz kritisiert die Abbau-Pläne: "Die Leute laufen auf dem Zahnfleisch", sagte er.

Der Krankenhausbetreiber Rhön hatte im Juni angekündigt, dass 236 Stellen vor allem in den patientenfernen Bereichen wegfallen sollen.

Schmitz betont jedoch: "Man kann nicht zwischen patientennahen und fernen Bereichen unterscheiden. Als Arzt bin ich auch darauf angewiesen, dass die Technik gut funktioniert."

Nach Auskunft der Marburger Betriebsratsvorsitzenden Bettina Böttcher werden bereits jetzt Stellen abgebaut: Seit Jahresbeginn habe das Klinikum 113 Mitarbeiter durch Fluktuation verloren. Diese Stellen seien nicht wieder besetzt worden, kritisierte sie.

Geschäftsführung schweigt

Zudem hätten etwa 200 Mitarbeiter Anträge auf Rückkehr in den Landesdienst gestellt. Ob deren Posten wiederbesetzt würden, sei ebenfalls unklar, sagte sie: "Die Situation ist so nicht erträglich."

Die Geschäftsführung der Klinik wollte sich zu den Zahlen nicht äußern. Zur Zeit werde das Großkrankenhaus durch die Unternehmensberater von MacKinsey analysiert.

Das Ergebnis werde im Oktober vorgelegt: "Bis dahin werden wir uns an keinen Spekulationen beteiligen", sagte Rhön-Sprecher Hans-Jürgen Heck.

Unterdessen übten die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken im hessischen Landtag scharfe Kritik an der Entwicklung. "Diese Kürzung wird die Qualität der Patientenbehandlung und die Patientensicherheit massiv beeinflussen", sagte SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Spies.

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