Telemedizin

Wie digital wird die Praxis?

Das Online-Format #FutureMedTalk für Medizinstudierende der Universität Witten/Herdecke ging unter anderem der Frage nach, welchen Hürden sich Telemedizin auf dem Weg in die Praxis stellen muss – die Rede war dabei auch von Funklöchern.

Veröffentlicht: 15.07.2019, 07:58 Uhr

WITTEN. Telemedizin kann Ärzten und Patienten enorme Vorteile bieten, doch die größte Hürde etwa für Fernbehandlungen per Videosprechstunde ist ein mangelhaft ausgebautes Kommunikationsnetz. Dieser Ansicht war jedenfalls die Mehrheit der Teilnehmer beim zweistündigen Online-Event #FutureMedTalk der Universität Witten/Herdecke, das sich am Donnerstag der Frage widmete: „Wird das Sprechzimmer digital?“

Die mit Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung durchgeführte, frei zugängliche Online-Diskursreihe zu Themen rund um den Arztberuf wird einmal pro Semester angeboten und richtet sich an Medizinstudierende, aber auch praktisch tätige Ärzte.

Nach dem Ergebnis einer Live-Umfrage zu den größten Stolpersteinen für Telemedizin gaben mehr als die Hälfte der insgesamt 70 Teilnehmer – laut Veranstalter der Großteil davon Medizinstudenten – eine fehlende technische Infrastruktur wie etwa ein löchriges Kommunikationsnetz an (54 Prozent), gefolgt von mangelnder Akzeptanz bei Patienten (38 Prozent) und inkonsistenten rechtlichen Rahmenbedingungen (37 Prozent; Mehrfachnennung möglich).

Fast ein Drittel der befragten Teilnehmer geht laut Umfrage zudem davon aus, mindestens 20 Prozent der ambulanten Arzt-Patienten-Kontakte könnten grundsätzlich digital stattfinden – diese Einschätzung teilten auch die drei zugeschalteten Experten aus Arztpraxis, Kassenärztlicher Vereinigung (KV) und Versicherungswesen.

Auch zur Frage, wer den Telemedizin-Markt in Deutschland künftig beherrschen werde, zeigte die Befragung der Nachwuchsmediziner eine Tendenz: Fast zwei Drittel gehen demnach davon aus, dass entsprechende Angebote in der Hand von Call-Center-ähnlichen Unternehmen liegen werden (61 Prozent). Knapp die Hälfte der Befragten sieht Einzelpraxen am Zug (49 Prozent), jeder fünfte Kliniken und jeder zehnte die KV. (dab)

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