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Berufspolitik

Zi: „Keine schleichende Auszehrung der hausärztlichen Versorgung zu beobachten“

Ambulant sind mehr Ärzte und Psychotherapeuten unterwegs als je zuvor. In Vollzeitäquivalenten ist sowohl die haus- als auch fachärztliche Personaldecke seit Jahren stabil.

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Relativ gesehen immer weniger Zeit für Patienten. Absolut gesehen jedoch genauso viel Zeit wie immer.

Relativ gesehen immer weniger Zeit für Patienten. Absolut gesehen jedoch genauso viel Zeit wie immer.

© Africa Studio / stock.adobe.com

Berlin. In der vertragsärztlichen Versorgung arbeiten aktuell so viele Ärzte und Psychotherapeuten wie nie zuvor. Nach Vollzeitäquivalenten betrachtet, haben in der Dekade von 2014 bis 2024 hauptsächlich psychotherapeutische Personalkapazitäten zugelegt, während die haus- und fachärztlichen stabil geblieben sind. Das geht aus einer Auswertung des Bundesarztregisters hervor, die das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) am heutigen Dienstag veröffentlicht hat.

Zusammenfassend heißt es, im Berichtszeitraum sei „keine ‚schleichende Auszehrung‘ der hausärztlichen Versorgung zu beobachten“. Demnach waren Ende 2024 fast 190.000 Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Kassenzulassung ambulant berufstätig – gegenüber 2014 ein Plus von 15 Prozent. 34 Prozent dieser Leistungserbringer sind Haus- und Kinderärzte (2014: 37 Prozent), 48 Prozent Fachärzte (50 Prozent) und 18 Prozent Psychotherapeuten (13 Prozent).

Psychotherapie hat Rückenwind

Vor allem die Psychotherapie erfährt seit 2014 kräftigen Zulauf: Mit zuletzt 34.921 Köpfen (2014: 21.312). Dagegen fiel die Entwicklung in den anderen Sektoren moderat aus. „In der fachärztlichen Versorgung kam es zu einem Aufwuchs von 82.274 Ärztinnen und Ärzten auf 90.705 und in der hausärztlichen Versorgung von 61.361 auf 63.925“, so das Zi weiter.

Das häufiger zu hörende Argument, wegen wachsender Präferenzen für Teilzeit und Anstellung nehme die absolut verfügbare Arztzeit ab, wird rein statistisch nicht bestätigt. Nach Vollzeitäquivalenten (VZÄ) fiel die Zunahme der 2014 bis 2024 insgesamt an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringer zwar schwächer aus als nach Köpfen, nämlich lediglich von 139.270 auf 142.812 VZÄ; was gleichfalls vor allem auf das Konto der Psychotherapeuten ging.

Sowohl haus- als auch fachärztlicher Zeiteinsatz sind zwischen Anfang und Ende des Beobachtungszeitraums jeweils nahezu identisch: Stand Ende 2024 zählt das Zi im hausärztlichen Sektor 57.660 Vollzeitäquivalente (2014: 57.674), im fachärztlichen 63.766 (63.674). Und selbst die Verteilung der Versorgungslast blieb zwischen den beiden Sparten unverändert. Zi-Chef Dr. Dominik von Stillfried: „Gemessen am Anteil der Vollzeitäquivalente sehen wir 2024 eine fast gleichwertige Verteilung von 40 Prozent hausärztlichem zu 45 Prozent fachärztlichem Versorgungsanteil.“

Kontraproduktive Arbeitsverdichtung

Dennoch werde „die Zeit für die Patientenversorgung knapper“, weil sich, wie ein Institutssprecher auf Nachfrage bekräftigt, „die ambulante Versorgung durch die demographische Entwicklung, überbordende Bürokratie, Regresse, dysfunktionale Digitalisierung, etc. ja insgesamt deutlich arbeitsverdichtet entwickelt hat“.

Laut Zi und jüngsten Angaben der KBV (beide Male nach Bundesarztregister) sind gegenwärtig 124.000 vertragsärztliche- oder -psychotherapeutische Leistungserbringer in eigener Praxis niedergelassen. Über 55.000 sind in sozialversicherungspflichtiger Anstellung tätig – 25.000 in Praxen, 30.000 in Medizinischen Versorgungszentren. (cw)

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