E-Rezept

Zustimmung von Ärzten und Apothekern

Fernbehandlung und digitales Rezept gehören zusammen: Daran zweifelt niemand mehr.

Veröffentlicht: 13.11.2018, 17:25 Uhr

BERLIN. Das Vorhaben des Bundesgesundheitsministers, bis 2020 das E-Rezept gesetzlich auf den Weg zu bringen, stößt bei Ärzten und Apothekern auf Zustimmung. Nachdem der diesjährige Ärztetag Anfang Mai die berufsrechtliche Freigabe der ausschließlichen Fernbehandlung beschlossen hatte, sei das E-Rezept „nur folgerichtig“, betont Ärztepräsident Professor Frank Ulrich Montgomery.

Der Apothekerdachverband ABDA erklärte am Dienstag, er begrüße das E-Rezept und bekräftigt seine Absicht zu produktiver Mitarbeit: „Wir wollen hier federführend unsere Expertise einbringen“, so ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Zugleich warnt Schmidt, auch in Zeiten digitaler Verordnungen müsse „das Zuweisungsverbot Bestand haben“. Auch künftig solle jeder Patienten selbst entscheiden können, „welche Apotheke sein Rezept beliefern soll und wo er sich beraten lassen will“.

Gleichfalls erfreut über die Pläne Spahns zeigt sich die private Londoner Online-Sprechstunde „Dr. Ed“. „Wir haben bereits 2017 die schnellere Einführung des elektronischen Rezepts gefordert“, sieht sich Firmengründer und -geschäftsführer David Meinertz bestätigt. Das digitale Rezept sei „die richtige Entscheidung, um das volle Potential der Telemedizin auszuschöpfen“.

Kritische Töne schlägt dagegen die Grünen-Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche an: „Auch wenn Spahn das elektronische Rezept auf die Agenda setzt, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass Spahn bislang keine Strategie für den digitalen Wandel im Gesundheitswesen vorgelegt hat“. Schulz-Asche verweist auf den unklaren Verbleib des im Koalitionsvertrag angepeilten Rx-Versandhandelsverbots. Angesichts des Bekenntisses zum elektronischen Rezept werde dieses Vorhaben „immer absurder“. Doch statt sich in Sachen Rx-Versand zu erklären, moniert die Grünen-Abgeordnete, „hält Spahn alle Beteiligten seit Monaten hin und vermeidet klare Aussagen“. (cw)

Lesen Sie dazu auch: Digitalisierung: Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

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