Medica Aktuell, 20.11.2009

Triggerpunkt-Therapie lindert chronischen Rückenschmerz

Triggerpunkt-Therapie lindert chronischen Rückenschmerz

Bei Rückenschmerzen finden sich oft tastbare Muskelverhärtungen. Oft hilft eine Stoßwellen-Therapie gegen die Triggerpunkte.

Bei Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen finden sich häufig verdickte tastbare Muskelverhärtungen, die als Triggerpunkte die Beschwerden mit verursachen. "Wenn bei chronischen Rückenschmerzen ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen ist, dann habe ich im Rahmen der Schulmedizin nicht mehr viele Handlungsmöglichkeiten - ich kann Kortison spritzen und den Patienten zur Krankengymnastik schicken", sagt die Orthopädin Dr. Silke Helfmeyer aus Brannenburg in Bayern.

Triggerpunkt-Therapie lindert chronischen Rückenschmerz

Ansätze für Stoßwellentherapie.

Foto: Moisa©www.fotolia.de

Sie bietet bei chronischen Rücken-, Schulter- oder Nackenschmerzen alternativ die Triggerpunkt-Stoßwellentherapie an und hat gute Erfahrungen damit gemacht. Sehr wirksam sei die Methode zudem bei Patienten mit Sportverletzungen, etwa bei Läufern oder Skifahrern, bei denen die Beschwerden zunächst auf einen Muskelfaserriss zurückgeführt worden waren, die sich dann aber als Muskelhärte herausgestellt haben.

Im Visier der Methode sind schmerzhafte verhärtete Muskelfaserregionen (Trigger), die die Beschwerden auslösen können. Solche Triggerpunkte entstehen durch Fehlhaltungen oder auch durch körperliche Belastungen. Bei der Stoßwellentherapie werden nun auf diese Triggerpunkte schnelle Schallwellen abgegeben, die das Muskelgewebe in Schwingung versetzen. Dadurch werden die Durchblutung verbessert und Entzündungsmediatoren abtransportiert. Bei einer Sitzung bekommen die Patienten auf fünf bis sechs Triggerpunkte mit dem Gerät je etwa 500 Impulse appliziert. Eine Behandlung dauert dabei 15 bis 20 Minuten.

Da die Therapie schmerzarm ist, kann auf eine Anästhesie verzichtet werden. "Bereits nach der ersten Behandlung sind die Schmerzen meist deutlich gelindert", ist die Erfahrung der Orthopädin. Für länger anhaltende Effekte sind in der Regel aber drei bis vier Sitzungen im Abstand von einer Woche nötig. Bestehen die Beschwerden schon sehr lange, könnten auch acht bis zehn Sitzungen nötig sein. Beginnt der Patient dann mit einem gezielten Muskeltraining, kann er das Problem oft auch ganz beheben.

Medica: Storz Medical, Halle 10 / E21

» Zur Sonderseite "Medica 2009"
» Zum E-Paper "Medica aktuell"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »