Medica Aktuell, 16.11.2011

E-Card: Regierung will gematik aufwerten

Bundesregierung bekräftigt ihre Telematikstrategie

Viel Lob für Ärzte und Kassen: Das Gesundheitsministerium ist zufrieden mit dem Stand bei der elektronischen Gesundheitskarte - drückt aber weiter aufs Tempo, vor allem bei der Online-Anbindung.

DÜSSELDORF (ger). Das Bundesgesundheitsministerium ist zufrieden, dass die Ausstattung der Ärzte und Zahnärzte mit Kartenlesegeräten in diesem Jahr so erfolgreich durchgeführt worden ist.

Das hat Dr. Matthias von Schwanenflügel, Leiter der Unterabteilung Haushalt, Recht und Telematik im BMG, zum Auftakt der Sonderschau Medica Media Forum in Halle 15 unmissverständlich deutlich gemacht.

Etwa 85 Prozent der Ärzte und Zahnärzteschaft hätten bereits ein neues Lesegerät angeschafft, und diese Zahl werde bis Ende des Jahres weiter steigen.

Druck bei den neuen Anwendungen

"Nun muss es darum gehen, dass für die Patientinnen und Patienten schnell nutzbringende Anwendungen der Karte möglich sind wie zum Beispiel das Notfalldatenmanagement", betonte von Schwanenflügel.

Dann werde die elektronische Gesundheitskarte zusammen mit der Telematikinfrastruktur zu einer besseren Patientenversorgung, mehr Selbstbestimmung der Versicherten und mehr Wirtschaftlichkeit führen, zeigte sich der BMG-Vertreter überzeugt.

Mehr Kompetenz für die gematik

Das BMG unterstütze daher die Aktivitäten zur Alternative 2012, mit der die Krankenkassen eine beschleunigte Online-Anbindung der Arztpraxen für den Stammdatenabgleich der Versicherten erreichen wollen.

Die Betreibergesellschaft gematik solle in ihrer Arbeitsfähigkeit und Gestaltungskompetenz gestärkt werden.

Die technischen Möglichkeiten müssten schnellstmöglich genutzt werden, um eine Qualitätsverbesserung und Steigerung der Wirtschaftlichkeit zu erreichen, so von Schwanenflügel.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[16.11.2011, 17:53:03]
Dr. Uwe Wolfgang Popert 
Notfalldaten
In England wurde vor kurzem ein ähnliches Experiment einer Datenvernetzung nach zahlreichen Datenpannen und Milliardenkosten beerdigt.
Für die viel besungenen Notfalldaten auf der eCard gibt es weder irgendwelche Studien, noch Standards noch einen realen Bedarf. Wer einen Ausweis oder einen Medikamentenplan aus Papier mit sich trägt, ist wesentlich sicherer.
Das Aberwitzige ist doch:
- im Notfall hat wahrscheinlich niemand ein Lesegerät.
- die in den Arzt-EDVen gespeicherten Diagnosen sind mehrheitlich Informationsballast und kaum verwertbar; über 99% der wichtigen Allergien sind gar nicht mit ICD-10 verschlüsselbar.
Kurzum - mal wieder ein teures Beispiel für Etikettenschwindel.
Wo bleibt der Bund der Steuerzahler? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Spahn bringt TSVG im Kabinett auf den Weg

13.25 hDas Kabinett hat heute Morgen den Entwurf des TSVG durchgewunken – mit einigen Änderungen – auch zugunsten der Ärzte. mehr »

Viele falsche Vorstellungen, was Krebs verursacht

Stress, Handystrahlen und Trinken aus Plastikflaschen lösen Krebs aus, denken viele fälschlicherweise. Die wahren Risikofaktoren kennt nur jeder Zweite, so eine Studie. mehr »

Die übersehene Speiseröhren-Entzündung

Lange glaubte man, die eosinophile Ösophagitis komme nur selten vor. Inzwischen zeigt sich: Es gibt immer mehr Patienten mit dieser chronischen Entzündung der Speiseröhre. mehr »