Ärzte Zeitung, 25.08.2012

ESC-Kongress

Vom Rauchverbot profitieren vor allem die Nichtraucher

Vom Rauchverbot profitieren vor allem die Nichtraucher

Das Nichtraucherschutzgesetz wird seinem Namen gerecht: Vor allem bei Nichtrauchern scheint es zumindest partiell zur Senkung des Infarktrisikos beizutragen.

MÜNCHEN (ob). Das Nichtraucherschutzgesetz (NRSG) von 2007 hat das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und in der Gastronomie bis auf wenige Ausnahmen verboten. Der Jahresbericht des Deutschen Krebsforschungszentrums hat aber kürzlich gezeigt, dass die Kontrollen in einigen Bundesländern wohl strenger werden müssen.

Schlusslicht beim Nichtraucherschutz ist demnach das kleinste Bundesland Bremen, wo Nichtraucher am schlechtesten vor ihren qualmenden Mitbürgern geschützt sind.

Dennoch scheint das Gesetz auch in Bremen Wirkung zu zeigen. Dafür sprechen Daten , die die Arbeitsgruppe um Professor Rainer Hambrecht am Klinikum Links der Weser jetzt beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) vorgestellt hat.

Grundlage ihrer Analyse bildete das Bremer STEMI-Register, in dem seit 2006 die Daten aller Patienten mit ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) in Bremen und Umgebung erfasst werden. Zwischen 2006 und 2010 wurden insgesamt 3549 Patienten mit STEMI am Herzzentrum Bremen medizinisch versorgt.

Die Analyse der gemittelten Zahl von monatlichen STEMI-Einweisungen ergab eine Abnahme von 65 STEMIs pro Monat im Jahr 2006 auf 55 STEMIs im Jahr 2010 - ein Rückgang um 16 Prozent. Als die Untersucher die Zeiträume vor und nach Inkrafttreten des NRSG verglichen, resultierte ebenfalls ein STEMI-Rückgang um 16 Prozent.

Bei STEMI-Patienten, die zum Zeitpunkt der Einweisung aktive Raucher waren, war keine Abnahme, sondern eine leichte Zunahme monatlicher STEMI-Aufnahmen zu verzeichnen.

In der Gruppe der Nichtraucher gab es dagegen einen signifikanten Rückgang um 26 Prozent, der bei relativ jungen STEMI-Patienten (unter 65 Jahre) besonders ausgeprägt war (minus 32 Prozent).

Nach Ansicht der Bremer Mediziner lassen diese Ergebnisse vermuten, dass das NRSG insbesondere Nichtraucher vor den schädlichen Folgen des Passivrauchens schützt.

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