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Tatsächlich höhere Rate an Fehlgeburten durch Stress

BASEL (ugr). Stress in der Schwangerschaft gefährdet das Kind: Dadurch steigt die Zahl der Fehl- oder Frühgeburten. Das hat eine noch unveröffentlichte Studie an der Berliner Charité ergeben. Forscher diskutieren, ob manche gestressten Frauen von einer Progesteron-Substitution profitieren könnten.

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Stress stört das fein austarierte Zusammenspiel von Hormonen und Immunsystem. Erhöhte Adrenalin- und Noradrenalin-Konzentrationen kurbeln die Produktion proinflammatorischer Zytokine an und steigern so das Risiko einer Abstoßung des Fetus. Eine Schlüsselrolle hat hierbei das Progesteron, das vorzeitige Wehen verhindert. "Wenn Mütter vermehrt Stress empfinden, sinkt ihr Progesteronspiegel, was eine Fehlgeburt zur Folge haben kann", so Professor Petra Clara Arck bei einer Veranstaltung des Instituts Danone für Ernährung in Basel.

Belegt wurden diese Zusammenhänge zunächst bei Mäusen und jetzt auch in einer noch unveröffentlichten Studie, an der etwa 1000 schwangere Frauen teilgenommen haben. Alle 55 Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten, fühlten sich besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft gestresst. Ihre Progesteronspiegel lagen zum Teil deutlich niedriger als bei anderen Frauen. Weitere Risikofaktoren waren Alter über 33 Jahre und Übergewicht.

Auch Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht des Kindes kamen bei den stressbelasteten Frauen häufiger vor als bei den anderen Schwangeren. Vermutlich beeinflusst der pränatale Stress die Gesundheit eines Kindes sogar lebenslang. Arck: "Ein Drittel der Kinder sind inzwischen drei Jahre und älter. Bei den Kindern, deren Mütter stressbedingt niedrigere Progesteronwerte hatten, diagnostizieren wir heute vermehrt eine atopische Dermatitis." Im Tierversuch waren die "Stressbabys" darüber hinaus anfällig für Asthma. Ein Grund hierfür könnte sein, dass die stressbedingten Entzündungsreize den plazentaren Blutfluss behindern und damit die Ernährung des Kindes gefährden.

"Ziel der Forschung ist es nun, Schwangere zu identifizieren, die von einer Progesteron-Substitution profitieren würden", so Arck. Denn bei Tieren gelang es, stressausgelöste Fehlgeburten durch Zufuhr von Progesteron zu verhindern.

Normwerte für einen ausgeglichenen Progesteronspiegel gibt es jedoch nicht. Er ist zyklusabhängig und schwankt.

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