Ärzte Zeitung, 10.10.2012

Studie

"Rausschmeißer" macht Bakterien Antibiotika-resistent

MÜNCHEN (eb). Bakterien werden durch einen molekularen "Rausschmeißer" resistent gegen Antibiotika, hat eine Studie ergeben - eine wichtige Erkenntnis für bessere Wirkstoffe.

Forscher aus München untersuchten die Schutzproteine, die an den Ribosomen angedockte Tetrazykline entfernen. Bisher glaubte man, dass sie indirekt wirken, indem sie die räumliche Anordnung des Ribosoms so verändern, dass sich das Tetrazyklin ablöst.

Mit kryo-elektronenmikroskopischen Methoden rekonstruierten Forscher die dreidimensionale Struktur von Komplexen aus Ribosomen und Schutzprotein TetM und widerlegten diese Theorie: TetM wirkt direkt an der Tetrazyklin-Bindungsstelle und entfernt das Antibiotikum aktiv von seinem Platz (PNAS 2012, online 1. Oktober).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

In Westeuropa sterben Deutsche am frühesten

Deutschland hat unter 22 westeuropäischen Ländern die niedrigste Lebenserwartung. Im weltweiten Vergleich gibt es noch immer drastische Unterschiede - von bis zu 40 Jahren. mehr »

Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Weltantibiotikawoche ist angelaufen: Während die WHO für mehr Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Medizin wirbt, versucht ein Projekt von Ärzten und Kassen die Bürger für Resistenzen zu sensibilisieren. mehr »

Herzschutz-Effekt durch Fischöl-Kapseln

Die Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren mittels spezieller Fischöl-Kapseln hat in der beim AHA-Kongress präsentierten REDUCE IT-Studie eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Zu einem anderen Ergebnis kommt die Studie VITAL. mehr »