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Die Blauwarte ist die "Pflanze Europas 2005"

HANNOVER (ug). Die Blauwarte (Cichorium intybus ssp. silvestre) ist zur "Pflanze Europas 2005" gewählt worden. Sie ist nicht nur ein Wildgemüse, sondern auch eine alte Heilpflanze.

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"Wir haben uns für die Blauwarte entschieden, weil es sich dabei um eine zu unrecht in Vergessenheit geratene Pflanze handelt", begründet der Würzburger Medizinhistoriker Professor Gundolf Keil das Votum der Jury. Keil ist Schirmherr der Dr. Pandalis Stiftung, die die Auszeichnung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geobotanik der Universität Hannover und dem Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg verliehen hat.

"Schon die alten Griechen und Römer verwendeten die ebenso als Waldwegwarte bekannte Cichorienart als Heil- und Gemüsepflanze", so Keil weiter. "Auch in der Volksmedizin setzte man sie seit jeher zur Beruhigung und Förderung der Verdauung ein." Umso tragischer sei es, daß die Pflanze gerade in unserer heutigen von Unruhe und Nervosität geprägten Zeit selbst Fachleuten kaum noch bekannt sei.

Unter Naturschutz steht die Blauwarte, die zwischen Juni und September blüht, jedoch nicht, teilt die Universität Hannover mit. "Spaziergänger finden die bitter schmeckende Verwandte des Chicoree vor allem am Rand von Wald und Feldwegen oder auf Brachland", erklärt der Botaniker Professor Richard Pott aus Hannover. Sein Rezept: Schon mit wenigen frischen Blättern der Pflanze kann man gemischten Salaten eine besondere bitter-pikante Note verleihen. Am besten schmecken sie kurz vor der Blüte.

Obwohl allgegenwärtig werden die phytotherapeutischen Eigenschaften der blau blühenden Blume erst jetzt von Wissenschaftlern entdeckt und untersucht. So läuft an der Charité in Berlin unter Professor Holger Kiesewetter derzeit eine Studie zu den beruhigenden Eigenschaften der Blauwarte.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Etwa 75 Prozent der Studienteilnehmer stellten eine deutliche Besserung ihrer inneren Unruhe fest, 69 Prozent der Probanden fühlten sich weniger angespannt und antriebsarm als zuvor, und 65 Prozent konnten ihre Nervosität abbauen.

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