Ärzte Zeitung, 19.07.2016
 

Reproduktionsmedizin

Premiere für Transplantation eines Uterus?

Premiere für Transplantation eines Uterus?

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ERLANGEN. Erlanger Mediziner planen die erste Gebärmutter-Transplantation in Deutschland. Im nächsten Jahr könnte die Frauenklinik am Universitätsklinikum die Genehmigung des Freistaates und das nötige Wissen dafür bekommen, wie der Gynäkologe und Klinik-Direktor Professor Matthias Beckmann spekuliert. 100.000 Euro wird der Eingriff schätzungsweise kosten. Auch zwei Gruppen in Heidelberg und Tübingen planen solche Eingriffe.

Die Transplantation soll Frauen helfen, die aufgrund einer genetischen Veränderung von Geburt an keine oder eine zu kleine Gebärmutter haben und sich somit auf legale Weise keinen Kinderwunsch erfüllen können. Denn in Deutschland sind sowohl die Leihmutterschaft als auch die Einzellspende rechtlich verboten. "Ich bin nicht besonders risikofreudig. Aber die Gesetzgebung treibt die Frauen in die Illegalität", so Beckmann.

Betroffen seien 5000 bis 10.000 Frauen in Deutschland. Auch Frauen, die ihre Gebärmutter nach einer onkologischen Erkrankung verloren haben, könnten operiert werden. Hier gebe es 500 bis 1000 Fälle im Jahr. Die Empfängerinnen sollten zwischen 25 und 40 Jahren alt sein.

Dass der Eingriff machbar ist und so gesunde Kinder geboren werden können, hat der Gynäkologe Mats Brännström mit Transplantationen in Schweden gezeigt. Im Jahr 2014 brachte in Göteborg zum ersten Mal weltweit eine Frau mit einer gespendeten Gebärmutter ein gesundes Baby auf die Welt. Inzwischen sind fünf Kinder auf diese Weise geboren worden.

Noch ist unklar, ob der Freistaat dem Uni-Klinikum dafür die Genehmigung erteilt. Eine Entscheidung darüber werde "nach sorgfältiger Abwägung aller entscheidungsrelevanten Aspekte getroffen", teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mit.

Die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM) lehnte Gebärmutter-Transplantationen vor Jahren noch ab. Nach den erfolgreichen Op von Brännström hat sich dies geändert. Auch Claudia Wiesemann vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen sagt: "In der Summe halte ich es für ethisch vertretbar, das auszuprobieren." (dpa/maw)

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