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Adipöse Kinder - Gesundheitsunterricht allein bringt’s nicht!

MAINZ (Smi). Schulische Interventionen allein bringen kaum etwas, will man Übergewicht und Adipositas bei Kindern bekämpfen. Vielmehr müssen außer den Lehrern auch die Eltern der betroffenen Kinder ins Boot geholt werden.

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Das sind die Ergebnisse einer Studie der Sporthochschule Köln, die auf der 102. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin in Mainz vorgestellt wurden.

In Deutschland sind fast eine Million Kinder und Jugendliche adipös, in Europa fast 22 Millionen. Ein Prozent aller adipösen Kinder erkranken an Diabetes mellitus Typ 2, wie Christine Graf vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule erläuterte.

Gemeinsam mit ihren Kollegen Benjamin Koch und Sigrid Dordel hat Graf das Interventionsprogramm CHILT (Children’s Health Interventional Trial) entwickelt. In einer ersten Phase waren zwölf Grundschulen im Raum Köln beteiligt.

Die Mediziner entwickelten einen Gesundheitsunterricht (ein Mal pro Woche 20 bis 30 Minuten), schulten Lehrer und boten ein Bewegungsprogramm für die Pausen. Der Effekt auf die Prävalenz und Inzidenz von Übergewicht und auf die motorische Leistungsfähigkeit wurde nach vier Jahren im Vergleich zu fünf Kontrollschulen überprüft.

Die Ergebnisse seien ernüchternd, so Graf. "Wir haben kein einziges dickes Kind gerettet." 80 Prozent jener Kinder, die im 1. Schuljahr adipös gewesen waren, waren es auch im 4. Schuljahr. Einen minimalen Effekt konnte man bei den motorischen Leistungen feststellen.

Aus den Erfahrungen von CHILT 1 entwickelten Graf und Kollegen das Folgeprojekt CHILT 2, bei dem sie auch die Eltern dicker Grundschüler einbanden. Diesmal waren sieben Grundschulen beteiligt. Nach der Erhebung anthropometrischer Daten von 1678 Kindern identifizierte man 121 adipöse Kinder, von denen 46 in das neue, 30 Wochen währende Programm einstiegen und 40 bis zum Ende durchhielten. Zusätzlich zu den Bewegungseinheiten gab es Kochkurse, die auf den jeweiligen Geschmack der Kinder abgestimmt wurde. Darüber hinaus wurden sechs Elternabende angeboten.

Fazit: In der Interventionsgruppe profitierten alle Kinder - ob adipös oder übergewichtig - von den Maßnahmen, sowohl beim BMI als auch bei der Senkung des Blutdrucks. Ein Effekt zeigte sich selbst für jene Kinder, die zwar nicht am Programm teilnahmen, die gemeinsam mit ihren Eltern aber aufgrund der Screeningmaßnahmen für die Problematik sensibilisiert worden waren.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Dicke Kinder bringen dicke Probleme

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