Ärzte Zeitung, 06.12.2012

Mecklenburg-Vorpommern

Mehr Adipöse, weniger Raucher

Langzeitstudie zeigt: Im Nordosten wird weniger geraucht und getrunken, aber die Zahl der Übergewichtigen steigt.

GREIFSWALD. Weniger Raucher, weniger Alkohol, mehr Bewegung: die Langzeitgesundheitsstudie SHIP (Study of Health in Pomerania) wartet mit guten Nachrichten auf.

Doch es gibt auch eine schlechte Botschaft: die Zahl der dicken Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ist ungebremst auf dem Vormarsch.

"Das Problem der stark Übergewichtigen mit all den Folgeproblemen rollt mit immer größerer Wucht auf die Gesellschaft zu", warnte Projektleiter Professor Henry Völzke bei der Vorstellung aktueller Ergebnisse aus der seit 15 Jahren laufenden Gesundheitsstudie zur Erforschung von Volkskrankheiten.

Das Problem ruft auch Landesgesundheitsministerin Manuela Schwesig auf den Plan. "Schon jetzt kristallisiert sich das Übergewicht zum zentralen Problemfall für die Gesellschaft heraus, dem wir stärker entgegenwirken müssen", sagte Schwesig. Ihr Ministerium hat beim landesweiten Konzept zur Bekämpfung von Adipositas Unterstützung signalisiert.

Sportliche Über-50-Jährige

Laut SHIP-Daten hat sich der Anteil der adipösen Männer in Vorpommern innerhalb von zehn Jahren von 24 auf 32 Prozent erhöht, bei den Frauen von 26 auf 30 Prozent.

In Zusammenhang damit ist auch die Zunahme der Diabetiker zu sehen: der Anteil der betroffenen Männer stieg von zehn auf 13 Prozent, bei den Frauen von acht auf elf Prozent.

Dagegen sank der Anteil der Raucher von 39 auf 32 Prozent bei den Männern und bei den Frauen von 28 auf 24 Prozent. Auch der Alkoholkonsum wurde deutlich eingeschränkt.

Die durchschnittlich konsumierte Menge lag 2012 nur noch bei 50 Prozent des Ausgangsniveaus. In den ersten Jahren nach der Wende war Alkohol eines der drängendsten Gesundheitsprobleme im Nordosten.

Insbesondere Menschen über 50 Jahre bewegen sich inzwischen deutlich mehr als vor zehn Jahren. Mehr als jeder zweite von den älteren Menschen betreibt heute Sport. Allerdings ist dieser Anteil bei Menschen unter 40 Jahren rückläufig.

Positiv hat sich auch der mittlere Blutdruck in allen Altersgruppen entwickelt. Den Rückgang führen die Studienautoren auf eine intensivere Behandlung bei über 50jährigen zurück. Vor zehn Jahren erhielten 39 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen Medikamente gegen Bluthochdruck, heute sind dies 54 beziehungsweise 55 Prozent. (di)

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