Universität Graz

Blick hinter die Kulissen der Lipolyse

Öffnet ein künstliches Peptid erste Wege zu neuen Therapieansätzen bei Adipositas?

Veröffentlicht:

GRAZ. Beim Abbau der Fettpölsterchen, der Lipolyse, ist das Protein ATGL (Adipose Triglyceride Lipase) von besonderer Bedeutung. Es wird deshalb als Schlüsselenzym der Lipolyse bezeichnet.

Beeinflusst wird ATGL durch die Proteine CGI-58 und GOS2, die den geregelten Ablauf des Fettabbaus sicherstellen: CGI-58 (Comparative Gene Identification 58) und G0S2 (G0/G1 Switch Gene 2) wirken einerseits aktivierend andererseits hemmend auf ATGL.

Forscher um Assoz.-Prof. Dr. Monika Oberer vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz sei es nun gelungen, erste Einblicke in den hemmenden Mechanismus des Proteins G0S2 an ATGL zu gewinnen (J Biol Chem. 2014; 289 (47):32559-70), teilt die Uni Graz mit.

Oberer und ihrem Team haben das Protein G0S2, welches insgesamt aus 103 Aminosäuren besteht, zu einem 33 Aminosäuren kleinen Reststück gekürzt.

In diesem Zustand weise es noch vollständige biologische Aktivität auf. "Bemerkenswert erschien uns, dass eine künstlich erzeugte Aminosäurekette (Peptid), welche die gleiche Sequenz an 33 Aminosäuren enthielt, genauso in der Lage war, das Enzym ATGL zu hemmen", wird Oberer zitiert.

Zusätzliche kinetische Experimente hätten ergeben, dass das künstliche Peptid nicht mit den Lipiden, die ATGL spalten, konkurriert.

"Die Hemmung ist unabhängig von der Lipidkonzentration und erfolgt in einem physiologisch relevanten Konzentrationsbereich. Dies öffnet erste Wege zu neuen Therapieansätzen, da die Regulierung der ATGL durch das Peptid in physiologischen Konzentrationen möglich ist", so Oberer.

In weiterführenden Forschungen soll nun versucht werden, das Peptid an ein zusätzliches Signal zu koppeln, um bestimmte Gewebe, wie etwa die Fettdepots im Körper, gezielt anzusteuern und somit unerwünschte Reaktionen in anderen Gewebstypen zu vermeiden. (eb)

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