Ärzte Zeitung online, 02.01.2018

Auf eine gesunde Leber!

"Less is More" anstatt "XXL" beim Genießen!

Für ein wirklich gutes neues Jahr empfiehlt die Deutsche Leberstiftung Verzicht auf XXL-Größen bei zucker- und fetthaltigen Snacks sowie Getränken.

HANNOVER. Für das neue Jahr rät die Deutsche Leberstiftung, beim Genießen die Formel "Less is More" anstatt "XXL" anzuwenden.

Auch 2018 werde es einfach sein, "La Dolce Vita" – das süße Leben – zu genießen, erinnert die Stiftung zum Jahreswechsel. Zuckerhaltige Snacks und Getränke gebe es überall. Und immer häufiger würden die Verpackungsgrößen "optimiert": Der Trend geht zu XXL-Formaten. Ob die Zweiliterflasche zuckerhaltige Limonade oder die 300 Gramm-Tafel Schokolade, Erwachsene und Kinder verzehren immer mehr Zucker.

Fettleber im "XXL-Format"

XXL bei Lebensmitteln ist ein Trend, der sich auch beim Organ Leber widerspiegeln kann: Die Zahlen der Patienten, die eine nicht-alkoholische Fettleber im "XXL-Format" entwickeln, seien alarmierend, so die Deutsche Leberstiftung.

"Zu den wesentlichen Ursachen für die alarmierenden Zahlen bei der Erkrankung "nicht-alkoholische Fettleber" zählt unser westlicher Lebensstil, der häufig durch zu wenig körperliche Betätigung und ein überreiches zuckerhaltiges Nahrungsangebot – insbesondere Kohlenhydrate – geprägt ist", wird Professor Michael P. Manns zitiert, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung. "Die Betroffenen entwickeln das metabolische Syndrom, eine Risiko-Kombination aus Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Diabetes, die sehr häufig auch auf die Leber einen sehr negativen Effekt hat."

Die Leber wird stufenweise krank

Rund ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland habe eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber – und die Zahl nehme stetig zu. Auch bereits jedes dritte übergewichtige Kind leide an dieser Krankheit, die in drei Stufen verläuft.

Im ersten Stadium handelt es sich um eine reine Fettleber ohne entzündliche Reaktionen. In der zweiten Phase, die jeder zweite Betroffene entwickelt, zeigt die Leber bereits entzündliche Reaktionen ("Steatohepatitis"). Unterschieden werden ja die "nicht-alkoholische Fettleberhepatitis" (NASH) und die durch Alkoholkonsum verursachte "alkoholische Fettleberhepatitis" (ASH).

In der dritten Stufe, die circa zehn Prozent der Fälle umfasst, entwickelt sich aus beiden Fettleberhepatitis-Varianten über eine Leberfibrose eine Leberzirrhose. Auch Leberzellkrebs ist eine mögliche Folgeerkrankung.

Leber nutzt jede Chance zur Gesundung

Eine Fettleber, auch eine Fettleberhepatitis, kann sich zurückbilden – vorausgesetzt, die Betroffenen ändern ihren Lebensstil: Abhängig von der Ursache der Fettleber umfasse der veränderte Lebensstil eine kontrollierte Gewichtsreduktion, eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und einen Alkohol-Verzicht, erinnert die Stiftung in ihrer Mitteilung.

"Ich weiß, dass es nicht einfach ist, Gewohnheiten wie den Genuss von süßen Snacks zwischendurch zu ändern, doch vielleicht gibt ein Arztbesuch mit einer Kontrolle der Leberwerte bei einer Blutuntersuchung den notwendigen Motivationsschub zu einem gesünderen Leben ab 2018. Eine Fettleber kann in der Regel durch eine Lebensstiländerung wieder ausheilen und sich eigenständig regenerieren. Es muss nicht immer XXL sein beim Genießen", wird Manns zitiert. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Ein steiniger Weg nach Deutschland

Ob geflohen vor Krieg oder eingewandert aus anderen Teilen der Welt: Wer als ausländischer Arzt in einer deutschen Klinik oder Praxis arbeiten will, muss Ausdauer haben – und gutes Deutsch können. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen weht scharfer Gegenwind. mehr »