Ärzte Zeitung online, 03.06.2019

Erfolg bei Mäusen

Abnehmen trotz fettreicher Kost

Ein Eingriff in den Fettstoffwechsel hatte bei dicken Mäusen positive Effekte auf Fettleber und Zuckerstoffwechsel.

Abnehmen trotz fettreicher Kost

Dass die Mäuse bei einer schlechten Ernährung übergewichtig werden, liegt vermutlich auch daran, dass sich spezifisch die Ceramide, die von der Ceramid Synthase 6 gebildet werden, in Mitochondrien anreichern und diese langfristig in ihrer Funktion hemmen.

© Oleg Kozlov / stock.adobe.com (Symbolbild)

KÖLN. Forscher am Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln haben beschrieben, dass dicke Mäuse durch einen Eingriff in den Fettstoffwechsel der Leber trotz schlechter Ernährung wieder dünner werden können (Cell 2019; online 20. Mai).

Dabei verbessert sich gleichzeitig der Zuckerstoffwechsel der Tiere. Die Forscher schalten dafür ein Protein, die Ceramid Synthase 6, in den Mäusen aus, heißt es in einer Mitteilung des Instituts.

„Andere Forschungsgruppen haben schon gezeigt, dass das Blockieren der Ceramid-Produktion die Tiere vor der Entstehung einer Insulinresistenz schützt. Allerdings kann dies viele Nebenwirkungen haben, so ist bei einer vollständigen Hemmung der Ceramidsynthese zum Beispiel auch die Entwicklung der Tiere gestört“, wird der Doktorand Philipp Hammerschmidt zitiert.

Die Forscher wollten daher untersuchen, welche der unterschiedlichen Ceramid Synthasen genau an der Entstehung der Insulinresistenz beteiligt sind, um diese dann spezifischer ansteuern zu können.

Nur die Inaktivierung zeigt diesen Effekt

Sie fanden heraus, dass sich Ceramid-Moleküle, die eine bestimmte Länge besitzen und durch die beiden Ceramid Synthasen 5 und 6 gebildet werden, in der Leber anreichern, wenn Mäuse durch eine fettreiche Ernährung dick werden.

„Interessanterweise konnte aber nur die Inaktivierung der Ceramid Synthase 6 die Mäuse vor Fettleibigkeit, Fettleber, und Insulinresistenz schützen. Der Verlust der Ceramid Synthase 5 hingegen hatte darauf keinen Effekt“, erklärt Hammerschmidt.

„Das war sehr überraschend, denn diese beiden Synthasen stellen exakt das gleiche Ceramid-Produkt her, haben aber einen völlig anderen Effekt auf den Stoffwechsel der Mäuse“.

Die Wissenschaftler haben entdeckt, dass die beiden Proteine an verschiedenen Orten in der Zelle aktiv sind. Die Ceramid Synthase 6 reguliert den Ceramid-Haushalt von Mitochondrien und beeinflusst ihre Struktur und Funktion.

Ceramidsynthase-6-Hemmung verbessert Stoffwechsel

Dass die Mäuse bei einer schlechten Ernährung übergewichtig werden, liegt also vermutlich unter anderem daran, dass sich spezifisch die Ceramide, die von der Ceramid Synthase 6 gebildet werden, in Mitochondrien anreichern und diese langfristig in ihrer Funktion hemmen.

So identifizierten die Forscher bestimmte Proteine in Mitochondrien, welche spezifisch die von Ceramid Synthase 6 gebildeten, aber nicht die von der verwandten Ceramid Synthase 5 gebildeten, Ceramide binden, so das Institut.

Die Forscher können die Ceramid Synthase 6 zu einem definierten Zeitpunkt in Mäusen ausschalten. Das hat bei dicken Mäusen einen deutlichen Effekt: „Die Mäuse essen weiterhin sehr fettreich, verlieren aber an Gewicht bei gleichzeitiger Verbesserung ihres Zuckerstoffwechsels“, erklärt Hammerschmidt.

Eine potenzielle Anwendung der Ceramidsynthase-6-Hemmung oder die Beeinflussung der durch diese Ceramide regulierten Mitochondrien-Proteine am Menschen wäre vorstellbar, bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg. (eb)

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Michael Peuser 
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Michael Peuser
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