Ärzte Zeitung, 24.01.2005

Moderne Antihistaminika bei Allergie erste Wahl

Konsequente Therapie bei allergischer Rhinitis reduziert Asthma-Risiko / H1-Blocker beeinflußt Fahrtüchtigkeit nicht

MÜNCHEN (sto). Allergische Rhinitis ist nach Angaben von Professor Ludger Klimek keineswegs eine Bagatellerkrankung. Denn vielfach kommen im Zusammenhang mit allergischer Rhinitis weitere Erkrankungen wie Konjunktivitis, Asthma, Nahrungsmittelallergien, atopische Dermatitis oder Sinusitis vor.

So sei das Risiko, ein Asthma bronchiale zu bekommen, bei erwachsenen Patienten mit allergischer Rhinitis mehr als dreifach höher als bei Gesunden, erläuterte der Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden. Außerdem: Bis zu 90 Prozent aller Patienten mit Asthma bronchiale hätten zusätzlich eine allergische Rhinitis, die dann zu einer Verstärkung der Asthma-Symptomatik führe, sagte Klimek bei einer Veranstaltung des Unternehmens Almirall in München. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten seien enorm.

Daher sei vor kurzem zusammen mit der WHO die Initiative "Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma (ARIA)" gestartet worden. Die WHO-Arbeitsgruppe hat für die allergische Rhinitis eine neue Klassifikation vorgeschlagen, bei der vor allem die Dauer (intermittierend oder persistierend) und die Schwere (gering oder mäßig bis schwer) der Symptomatik berücksichtigt werden sollten, berichtete Klimek.

Für die Behandlung bei allergischer Rhinitis seien Antihistaminika vom Typ der H1-Blocker Mittel der ersten Wahl, sagte Klimek. Die modernen Antihistaminika zeichneten sich durch eine selektive H1-Rezeptorblockade und schlechte Passage der Blut-Hirn-Schranke aus.

Das Antihistaminikum Ebastin, das seit kurzem auch als höher dosierte Tablette (Ebastel® 20 mg) zur Verfügung steht, habe außer der hohen intrinsischen Wirkung am H1-Rezeptor auch eine lange biologische Halbwertszeit. Die Substanz beeinflusse nicht die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen und wirke nicht relevant sedierend, berichtete Klimek.

Topics
Schlagworte
Allergien (1152)
Organisationen
WHO (3100)
Krankheiten
Allergien (3112)
Atemwegskrankheiten (984)
Wirkstoffe
Ebastin (9)
Personen
Ludger Klimek (38)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »