Ärzte Zeitung, 05.05.2006

Bei Heuschnupfen kann Therapie wie bei Dauer-Asthma nötig sein

Druckgefühl in der Lunge ist erster Hinweis auf Obstruktion / Spirometrie hilft weiter

NEU-ISENBURG (ikr). Viele Patienten mit Heuschnupfen haben derzeit besonders starke Beschwerden. Das liegt an dem seit einigen Tagen extrem starken Flug der Birkenpollen. Es gibt jedoch effektive Therapien. Bei Lungenproblemen sollte unbedingt geklärt werden, ob zusätzlich eine Asthma-Therapie notwendig ist, sagt Professor Gerhard Schultze-Werninghaus.

Der Flug der Birkenpollen ist derzeit besonders stark. Patienten, denen jetzt die Nase läuft und juckt und die Augen tränen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit allergisch gegen solche Pollen. Foto: ÄZ/Alk-Scherax Arzneimittel

Mit modernen Antihistaminika wie Desloratadin oder Levocetiricin und topischen Kortikosteroiden wie Mometason oder Budesonid lassen sich die Symptome der allergischen Rhinokonjunktivitis deutlich verringern. Viele Patienten mit Heuschnupfen bekommen jedoch plötzlich Asthma- Symptome, wie der Bochumer Pneumologe zur "Ärzte Zeitung" gesagt hat.

"Es fängt meist mit einem Druckgefühl in der Lunge an. Die Patienten haben das Gefühl, nicht mehr richtig durchatmen zu können. Bei manchen steigert sich dieses Gefühl bis hin zum Asthma, besonders nachts."

Bei solchen Patienten sollte die Lungenfunktion überprüft und geklärt werden, ob wie beim Dauer-Asthma eine Basistherapie mit einem inhalierbaren Kortikoid, eventuell in Kombination mit einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum oder Montelukast notwendig ist.

Zu erwägen ist nach Angaben von Schultze-Werninghaus bei Patienten mit Heuschnupfen immer auch eine spezifische Immuntherapie. Hiermit können Symptome und Medikamentenverbrauch, besonders bei der Birkenpollen-Allergie, drastisch reduziert werden, und zwar über Jahre, wie neue Studiendaten belegen.

Ein weiterer Vorteil: Zumindest Kinder werden durch eine subkutane Immuntherapie vor einem Etagenwechsel, das heißt vor Asthma geschützt. Außerdem kann durch eine spezifische Immuntherapie mit Birkenpollenextrakt die Verträglichkeit von Kreuzallergenen wie Äpfeln und Nüssen gesteigert werden.

Lesen Sie dazu auch:
Hoher Leidensdruck durch Pollen
Informationen zum Pollenflug gibt’s im Internet

Weitere Infos zu Heuschnupfen: http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/061-014.htm

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »