Ärzte Zeitung online, 26.02.2019

Medizinische Hochschule Hannover

MHH-Allergiezentrum versorgt interdisziplinär

Das Allergiezentrum der MHH wurde 2016 als eines der ersten Zentren als Comprehensive Allergy Center zertifiziert. Jetzt wurde es für weitere drei Jahre rezertifiziert.

HANNOVER. Ein Viertel der Deutschen leidet mittlerweile an einer allergischen Erkrankung – und die Zahl der Betroffenen nimmt weiter zu. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen werde jedoch medizinisch adäquat betreut, berichtet die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) aus Anlass der Rezertifizierung ihres interdisziplinäres Allergiezentrums.

Das Allergiezentrum als Anlaufstelle sowohl für Patienten wie auch für Fachärzte biete Behandlungen auf hohem Niveau und sei nun bereits zum zweiten Mal als Comprehensive Allergy Center (CAC) bestätigt worden, heißt es in einer Mitteilung der MHH. „Einem hohen Erkenntniszuwachs durch Forschung im Bereich der Immunologie und Allergologie, aber auch der betroffenen Disziplinen für Atemwegs, Haut- und Magen-Darm-Erkrankungen, stehen in Deutschland eklatante Mängel in den Versorgungsstrukturen gegenüber“, wird dazu Professor Bettina Wedi, Vorsitzende des MHH-Allergiezentrums zitiert.

Die medizinische Versorgung von Betroffenen sei bundesweit leider nicht standardisiert und unterscheide sich qualitativ, so Wedi. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, hat sich 2014 das Netzwerk allergologischer Referenzzentren (Comprehensive Allergy Center, CAC) gegründet. Die Gründung des Netzwerks gehe auf die Initiative der medizinischen Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie e. V. (DGAKI), Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und Deutsche Gesellschaft für Pneumologie (DGP) zurück. Diese Fachgesellschaften nehmen auch die Zertifizierungen der Zentren zu CAC vor.

„Die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Kliniken und Institute ermöglicht eine optimale Behandlung, da Allergien häufig verschiedene Organe betreffen, beispielsweise die Haut, die oberen Atemwege, die Lunge, den Magen-Darm-Trakt und das Kreislaufsystem, “so Wedi. Von der fächerübergreifenden Behandlung nach aktuellen Leitlinien profitierten besonders Patienten mit komplexen und schweren Allergien, bei denen eine teil- oder vollstationäre Diagnostik und Therapie erforderlich sei. (run)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

HPV-Infektion durch Oralsex wohl eher selten

Frauen mit zervikaler HPV-Infektion übertragen die Viren offenbar nur sehr selten auf ihre Mundschleimhäute oder die ihres Sexualpartners, so eine kleine Studie. mehr »

Spahn schiebt neue Gesetztesinitiativen an

Die nächsten Reformen stehen ins Haus: Gesundheitsminister Spahn nimmt die Ausbildung in Apotheke und Klinik ins Visier - und präsentiert zwei Gesetzesvorlagen. mehr »

Staatliche Digitalprojekte dauern zu lange

Kanzleramtsminister Helge Braun wünscht mehr Tempo bei der Digitalisierung in Deutschland. Die KBV zeigt sich indes zuversichtlich, dass die TI-Anbindung bis Ende Juni für die meisten Arztpraxen klappt. mehr »