Ärzte Zeitung online, 26.04.2019

Kommentar

Nichts als (Ent-)Täuschung

Von Ingrid Kreutz

ingrid kreutz

Schreiben Sie dem Autor ingrid.kreutz@springer.com

Was bei der Pollenallergie ganz gut funktioniert, ist wohl bei der Erdnussallergie weniger nützlich: Mit einer oralen Immuntherapie gelang einer aktuellen Metaanalyse zufolge zwar die Desensibilisierung bei Kindern mit einer Erdnussallergie, das heißt sie bestanden die ärztlich überwachte Provokation in der Klinik mit einer bestimmten Erdnussmenge.

Außerhalb der Klinik entwickelten sie jedoch häufiger allergische Reaktionen als Kinder, die Placebo erhalten hatten oder sich in Karenz übten. Das ging bis zur Anaphylaxie.

Die Bewertung der oralen Immuntherapie anhand des Provokationstests in der Klinik ist offenbar unzuverlässig. Zurecht fordern die Autoren der Studie nun große randomisierte Studien, in denen andere, für die Patienten relevante Kriterien zur Beurteilung des Therapieerfolgs herangezogen werden.

Möglicherweise eignet sich die orale Immuntherapie bei Erdnussallergie nur für bestimmte Patienten, die es noch ausfindig zu machen gilt. Vielleicht wäre auch eine subkutane Immuntherapie erfolgreicher.

Eines jedoch klappt auch jetzt schon ganz gut: In der LEAP-Studie entwickelten Kinder seltener eine Erdnussallergie, wenn sie vom ersten Lebensjahr an wöchentlich mindestens sechs Gramm Erdnüsse gegessen hatten.

Lesen Sie dazu auch:
Lebensmittelallergie: Erdnuss-Immuntherapie löst häufiger Anaphylaxie aus

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