Inhalation von Asthma-Medikation besser im Stehen, nicht im Sitzen!

BAD REICHENHALL (wst). Wird Asthmatikern oder COPD-Patienten ein Medikament zum Inhalieren verordnet, sollte sichergestellt werden, daß der betreffende Patient das gewählte Applikationssystem richtig anwenden kann. Hierbei sollten sich die Kollegen nicht damit begnügen, den Patienten mündlich darüber zu informieren, wie das Inhalationsgerät funktioniert. Vielmehr sollte der Patient den Gebrauch vor den Augen seines Arztes demonstrieren, rät Professor Wolfgang Petro von der Lungenfachklinik Bad Reichenhall.

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Fehlerhafte Anwendungen von Inhalationssystemen sind häufig. Selbst wenn nach einer Schulung alles richtig gemacht wird, können sich im Lauf der Zeit wieder Anwendungsmängel einschleichen. Auch der Wechsel von einem auf ein anderes Inhalationssystem verläuft oft nicht so reibungslos, wie der behandelnde Arzt vielleicht denkt. Darauf hat Petro bei einer vom Unternehmen Schwarz Pharma unterstützten Veranstaltung in Bad Reichenhall hingewiesen.

Ideal wäre es, so Petro, wenn Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen jedes Jahr eine kurze Auffrischungsschulung und alle zwei Jahre eine intensive Nachschulung zum richtigen Gebrauch des Inhalationssystems erhielten. Das Unternehmen aus Monheim bietet atmadisc® Diskus® zur Behandlung bei Asthma bronchiale und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) an. Hierbei werden über einen Pulverinhalator das Kortikoid Fluticason und das Beta-2-Mimetikum Salmeterol freigesetzt.

Krankenpfleger Horst Winkler von der Bad Reichenhaller Klinik demonstrierte wichtige Anwendungsfehler bei Inhalationsgeräten. So werde oft im Sitzen inhaliert. Die für eine perfekte Inhalation notwendige optimale Zwerchfellatmung gelinge aber nur im Stehen. Außerdem: Bei Dosieraerosolen unterbrächen viele Patienten den Einatmungsvorgang gerade in dem Moment, in dem sie das Aerosol auslösen.

In die Lunge gelangt dann nur wenig Arznei. Bei Pulverinhalatoren ist wichtig, daß nach Inhalation die feuchte Ausatmungsluft nicht in das Gerät fließt; Kopf oder Applikator sollten daher rechtzeitig weggedreht werden. Damit die Zähne keine Wirkstoffbarriere bilden, sollte das Applikatormundstück während der Inhalation weit genug in den Mund hinein ragen. "Um dies sicher zu stellen, empfehlen wir unseren Patienten, leicht auf das Mundstück zu beißen", sagte Winkler.

Für die Erfolgskontrolle einer inhalativen Therapie bei chronischen Lungenerkrankungen ist die regelmäßige Peakflow-Selbstmessung entscheidend. Auch dies will jedoch gelernt sein, so Petro. Nur wer sich wirklich anstrengt, vermeidet Werte, die fälschlicherweise zu niedrig sind. Andererseits neigten vor allem Kinder dazu, mit einer Art Trompetenstoß-Technik fälschlicherweise zu hohe Peakflow-Werte zu erzielen.

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