Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Asthma genügt meist niedrige Kortikoiddosis

WIESBADEN (ikr). Bei Patienten mit frisch diagnostiziertem leichtem bis mittelschwerem Asthma bronchiale sollte die Startdosis der inhalativen Kortikoide im niedrigen bis mittleren Bereich liegen. Zunächst mit einer hohen Dosis zu behandeln, in der Hoffnung, die Symptome so möglichst rasch beseitigen zu können, bringt den Patienten mittel- und langfristig keine Vorteile, sagt Professor Roland Buhl aus Mainz.

Veröffentlicht:

"Etwa 80 bis 90 Prozent der klinischen Effekte inhalativer Kortikoide werden nach aktuellen Studiendaten bereits im eher niedrigen Dosisbereich erzielt", so Buhl beim Pneumo-Update 2005 in Wiesbaden. So wurden in einer Metaanalyse die Daten von kontrollierten Studien ausgewertet, in denen mindestens zwei Dosierungen desselben inhalativen Kortikoids bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma verwendet wurden.

Die Dosen wurden als hoch (über 800 µg/Tag Beclometason oder Äquivalent), mittelhoch (400 bis 800 µg/Tag Beclometason oder Äquivalent) oder niedrig (unter 400 µg/Tag Beclometason oder Äquivalent) eingestuft. Was Kriterien wie Lungenfunktion, Bedarfsmedikation und Symptome betrifft, gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Patientengruppen mit hoher oder mittelhoher Dosierung des Kortikoids.

Patienten mit mittlerer Dosierung schnitten in einigen Punkten jedoch deutlich besser ab als Patienten mit niedriger Kortikoid-Dosierung (Thorax 60, 2005, 93).

Für den Mainzer Pneumologen stützen diese Ergebnisse Empfehlungen, wonach eine Therapie mit inhalativen Kortikoiden bei Patienten mit frisch diagnostiziertem leichtem bis mittelschwerem Asthma mit einer Dosis von nicht mehr als 400 bis 800 µg/Tag Beclometason oder einem Äquivalent, etwa 80 bis 160 µg Ciclesonid, begonnen werden sollte.

Intensiviert werden sollte die Therapie nach der neuen Asthma-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie:

  • wenn die Asthma-Symptome trotz Behandlung häufiger auftreten,
  • die Bedarfsmedikation mit rasch wirksamen Beta-2-Mimetika öfter als drei- bis viermal täglich angewandt wird oder
  • wenn die Lungenfunktion eingeschränkt ist.

Statt die Kortikoiddosis zu erhöhen, sei es sinnvoll, einen langwirksamen Bronchodilatator hinzuzugeben, sagte Buhl bei der vom Unternehmen Altana unterstützten Veranstaltung. Es sollten möglichst Fixkombinationen verordnet werden, da hierfür die Datenlage am besten sei und sich die Hinweise mehrten, daß so auch die Compliance besser ist.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Metaanalyse

Atemwegsviren auch bei nichtakutem Asthma häufig nachweisbar

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Daten aus Japan

Extreme Hitze scheint Demenz zu beschleunigen

Arbeitserleichterung

So schenkt KI Ärztinnen und Ärzten mehr Zeit für Patienten

Lesetipps
Ein alter Patient sitzt einer jüngeren Ärztin gegenüber.

© Ben / stock.adobe.com / generated AI

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland