Ärzte Zeitung, 21.11.2007

Nasenöle zur Befeuchtung bevorzugt

Umfrage bei HNO-Ärzten

NEU-ISENBURG (ner). Bei trockenen und gereizten Nasenschleimhäuten bevorzugen HNO-Ärzte eher Nasenöle als etwa Meerwasser-Sprays. Der Grund: Die Schleimhäute werden nachhaltiger befeuchtet.

90 Prozent der HNO-Ärzte in Deutschland befürworten überwiegend oder voll die Aussage, bei trockenen Nasenschleimhäuten mit Krusten- und Borkenbildung Nasenöle wie GeloSitin® zu bevorzugen.

Das hat eine Umfrage des Unternehmens Pohl Boskamp bei mehr als 4000 HNO-Ärzte ergeben, von denen 1100 geantwortet hatten. Für 86 Prozent von ihnen sind Nasenöle die Therapie der Wahl, mehr als die Hälfte wenden auch Nasensalben an. Meerwasser-Nasensprays mit pflegenden Zusätzen werden von 28 Prozent der Kollegen als Therapie der Wahl angesehen.

Schwedische Studien hatten bereits vor einigen Jahren Vorteile von reinem Sesamöl im Vergleich zu isotonischen Kochsalzlösungen ergeben. So besserten sich Juckreiz, Irritation, Krustenbildung und Verstopfung in einer Vierwochen-Studie mit 79 Patienten signifikant stärker (Arch Otolaryngol Head Neck Surg 127, 2001, 1353). Diese Ergebnisse bestätigten eine vorangegangene Untersuchung bei 40 Patienten, von denen 20 unter Rhinitis sicca nach einer Radiotherapie litten (Rhinology 38, 2000, 200).

Rein wässrige Lösungen sind nach Angaben des Unternehmens nur etwa 20 Minuten auf der Mucosa nachweisbar, ölige Lösungen dagegen etwa 180 Minuten. Als Hauptindikationen für die Anwendung von Nasenölen sehen deutsche HNO-Ärzte Rhinitis sicca, die Behandlung nach Operationen und/oder Bestrahlung sowie bei der Arbeit in klimatisierten Räumen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »