Ärzte Zeitung online, 17.12.2018

Pneumologen warnen

5000 Tonnen Feinstaub in der Silvesternacht

5000 Tonnen Feinstaub in der Silvesternacht

Schön anzuschauen, aber die verschmutzte Luft an Silvester reizt auch die Atemwege. Besonders stark betroffen sind kleine Kinder, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen, vor allem der Lunge.

© Smileus / stock.adobe.com

STUTTGART. Am Neujahrstag erreicht die Feinstaubbelastung in Deutschland Spitzenwerte. Die Feinstaubmenge, die durch Raketen und Böller ausgestoßen wird, macht fast einen Fünftel der jährlichen Gesamtmenge durch den Straßenverkehr aus, teilt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mit. Die verschmutzte Luft reizt die Atemwege, erinnert die Gesellschaft.

Besonders stark würden kleine Kinder, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen, vor allem der Lunge und des Herz-Kreislauf-Systems, belastet. Die DGP ruft daher dazu auf, den Gebrauch von Feuerwerkskörpern zu reduzieren oder darauf zu verzichten. (eb/ikr)

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[18.12.2018, 12:46:47]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Verlogenheit "allüberall" nicht nur beim Feinstaub!
Manchmal glaube ich, dass wir bei den ganzen Diskussionen um weltweit massenhaften Personen- und Güter-Verkehr zu Land, Wasser, Luft bzw. um (Braun-)Kohlenstaub-, Energie-, Heizungs-, Industrieanlagen-Emissionen oder um Feinstaub-, Schwefeldioxid (SO2)-, Kohlendioxid (CO2)-, Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK/PAH)-, Kohlenmonoxid (CO)-Umweltbelastungen in kollektive Wahnvorstellungen verfallen sind.

Niemand, der auch nur ernsthaft bei ökologischem, ökonomischem, juristischem und gesellschaftspolitischem Verstand ist, würde bei dieser Situation nur und ausschließlich ausgerechnet die mehr S02-, aber weniger Feinstaub-emittierenden Diesel PKWs für das globale ökologische Desaster samt Klimakatastrophe verantwortlich machen.

Und bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ist mein Verdacht mittlerweile durchaus begründet, dass es sich hierbei auch um einen Lobby-Verein für die Energie-, Groß- und Schwerindustrie („alles außer Autos“) handelt.

Meine Differenzialdiagnosen neben kollektivem Massenwahn: Fehlende umweltpolitische Überlegungen, Logik, Ideen, Motivationen, Anreize, Direktiven und "klare Kante" in Judikative, Legislative, Exekutive bzw. zu viel chaotisch undiszipliniertes Denken und unverbindliche Betroffenheitslyrik z. B. bei den Entscheidungsträgern der Konferenz in Katowice/Polen.

Die deutsche Automobilindustrie hat allerdings nie für umweltfreundlichere Diesel-Modelle bzw. sonstige Motoren- und Antriebssysteme sorgen wollen, obwohl dies technisch machbar/umsetzbar war und ist. Dies hätte auch in die Beurteilung der Verhältnismäßigkeit von gezielten Diesel-Fahrverboten gegenüber den Endverbrauchern im BVerwG-Urteil einfließen müssen. Stattdessen haben sich die Richterinnen und Richter bequem zurückgelehnt und sind ihren Deutschen Umwelthilfe(DUH)-Einflüsterern und -Propagandisten auf der ganzen Linie gefolgt.

Bei den juristischen Beurteilungen von Hersteller-Verantwortung und Verhältnismäßigkeit von gezielten Diesel-Fahrverboten gegenüber den Endverbrauchern fehlt ein Zentralstein: Bundesregierung, Bundesverkehrsministerium, Kraftfahrtbundesamt, Zulassungsstellen und TÜV haben offenkundig massenweise illegale Straßenzulassungen z.B. für von VW als Fahrzeughersteller betrügerisch ausgelegte Antriebssysteme ausgesprochen. Damit wurden nicht nur gegen geltendes Recht, Gesetze und Schutzvorschriften verstoßen.

Wenn in Deutschland laut Umweltbundesamt in jeder Silvesternacht rund 5000 Tonnen Feinstaub mit Feuerwerkskörpern in die Luft geschossen werden, sind das "extrem hohe Werte, die die allermeisten Städte an keinem anderen Tag im Jahr erreichen“ (Professor Holger Schulz, Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt).

Erstaunlich: Wenn der Tagesmittelwert für Feinstaub (PM10=“pollution model 10 microgramm“) an jeder Messstelle höchstens 50 μg/m3 Luft betragen darf und am Neujahrsmorgen 2018 an 32 Stationen um ein Vielfaches überschritten wurde, dass die "üblichen Verdächtigen" nicht sofort die Zahl der zusätzlichen Umwelt-Toten durch Neujahrs-Böller extrapoliert und publiziert haben?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[17.12.2018, 16:42:52]
Dr. Hermann Massinger 
Feinstaub
Die extrem hohe Feinstaubbelastung an Silvester/Neujahr sollte von Seiten der Politik deutlich eingeschränkt werden. In einigen Ländern ist das "Privatfeuerwerk" bereits verboten, dafür wird von der Kommune ein zentrales Feuerwerk veranstaltet, das weniger Schadstoffe verursacht.
Der Klimawandel, die Waldbrände (Kalidornien), die Starkregenereignisse
und die Hurrikanhäufungen sind ein "Menetekel", das ein Umdenken erfordert.
Den künftigen Erdenbewohnern hinterlassen wir ein schlimmes Erbe, das bald nicht mehr verhindert werden kann. Kehren wir um, es ist höchste Zeit

H. Massinger zum Beitrag »

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