Ärzte Zeitung, 22.07.2004

Donepezil bremst Manifestation von M. Alzheimer

PHILADELPHIA (mal). Mit dem Cholinesterasehemmer Donepezil ist es offenbar möglich, die Manifestation eines Morbus Alzheimer zu verzögern. Das leiten Forscher aus einer Studie ab, in der Patienten mit nur leichten kognitiven Beeinträchtigungen (Mild Cognitive Impairment, MCI) mit dem Alzheimer-Mittel Donepezil, mit Vitamin E oder mit Placebo behandelt wurden.

Bei MCI-Kranken sind die Kriterien für die Diagnose einer Demenz nicht erfüllt, da sie trotz der leichten kognitiven Beeinträchtigungen keine Einschränkungen im Alltag haben. Jedes Jahr wird aber bei zehn bis 15 Prozent von ihnen - das ist eine überdurchschnitlich hohe Rate - Morbus Alzheimer neu diagnostiziert.

In der jetzt beim Alzheimer-Kongreß in Philadelphia vorgestellten Studie war innerhalb von drei Jahren jährlich bei 13 Prozent der 769 Personen mit MCI ein Morbus Alzheimer neu diagnostiziert worden.

Die genauere Analyse ergab: Bei Alzheimer-Kranken mit Placebo war die Diagnose im Mittel nach 484 Tagen gestellt worden, bei Vitamin-E-Therapie nach 540 Tagen. Nach der statistischen Analyse hatte Vitamin E damit keinen Vorteil zu Placebo. Mit Donepezil war die Alzheimer-Diagnose dagegen erst nach durchschnittlich 661 Tagen gestellt, die Manifestation des Morbus Alzheimer signifikant um etwa sechs Monate hinausgeschoben worden.

Am Ende der Studie war die Rate von Alzheimer-Kranken in den drei Therapiegruppen ähnlich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Kinder suchtkranker Eltern brauchen mehr Beachtung

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, fordert eine bessere Versorgung und Betreuung der Kinder von Suchtkranken. Kinder von Suchtkranken sind diesmal Schwerpunkt des Drogenberichts. mehr »

Hilfe für die Seele gefordert

Eine Krebsdiagnose ist ein Schock. Die Psychoonkologie soll helfen. Aber die Unterstützung ist wenig bekannt und unterfinanziert. mehr »