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Cocktail mit B-Vitaminen bremst den Hirnschwund im Alter

Vielleicht kann eine Therapie mit B-Vitaminen eine beginnende Demenz verzögern. Bei Menschen mit Gedächtnisproblemen lässt sich damit zumindest die Hirnatrophie bremsen.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:
B-Vitamine scheinen dem alternden Hirn zu nutzen.

B-Vitamine scheinen dem alternden Hirn zu nutzen.

© Ruge/fotolia.com

OXFORD. Im Alter schrumpft auch unweigerlich das Gehirn, egal ob man eine Demenz entwickelt oder nicht, bei einer Demenz schrumpft es jedoch deutlich stärker und schneller. Auch bei einem Teil der älteren Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (mild cognitive impairment, MCI) entwickelt sich eine Hirnatrophie oft schneller als bei Gesunden. Dies sind dann oft diejenigen Menschen, bei denen sich wenig später auch eine Demenz manifestiert. Britischen Forschern aus Oxford ist es nun gelungen, mit einem Cocktail aus hoch dosierten B-Vitaminen und Folsäure die Hirnatrophie um etwa ein Drittel zu verlangsamen. Die Idee dahinter: Als Risikofaktor für eine Demenz gelten auch hohe Homocysteinwerte - B-Vitamine und Folsäure senken die Homocysteinspiegel.

In der Studie erhielten nun 271 Personen mit MCI zwei Jahre lang entweder Placebo oder eine Therapie mit Folsäure (0,8 mg/d), Vitamin B12 (0,5 mg/d) und Vitamin B6 (20 mg/d). Zum Vergleich: Die empfohlenen Tagesdosen liegen bei 0,2 mg für Folsäure, 2 mg für Vitamin B6 und 0,0025 mg für Vitamin B12. Der Vitamingehalt in der Studienmedikation lag folglich 4-fach bis 200-fach über den empfohlenen Tagesdosen. Gemessen wurden bei den Teilnehmern Homocysteinwerte sowie zum Beginn und zum Ende der Studie per MRT das Gesamthirnvolumen.

Die Ergebnisse: Die Plasma-Homocysteinwerte sanken mit der Vitamintherapie im Schnitt um etwa ein Drittel, zugleich schrumpfte das Gehirn um 0,76 Prozent pro Jahr, mit Placebo dagegen um 1,08 Prozent pro Jahr. Mit Vitamintherapie war die Volumenabnahme folglich etwa 30 Prozent geringer. Patienten mit zu Beginn hohen Homocysteinspiegeln (über 13 µmol/l) profitierten besonders: Bei ihnen war die Volumenabnahme mit Vitamintherapie sogar um 53 Prozent geringer als in der Placebogruppe (PLoS One 2010, e12244).

Die Autoren beobachteten zudem, dass die kognitive Funktion umso besser war, je geringer die Atrophie voranschritt. Allerdings war die Zahl der Studienteilnehmer zu klein, um dazu klare Aussagen zu machen. Die spannende Frage, ob die Senkung der Homocysteinwerte tatsächlich eine Demenz verzögern kann, muss nun wohl in größeren und länger dauernden Studien geklärt werden. Immerhin: Die hohen Vitamin-Dosen scheinen nicht zu schaden - unerwünschte Wirkungen traten in beiden Gruppen ähnlich häufig auf.

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