Direkt zum Inhaltsbereich

Hessen

Modellprojekt gegen Depression angelaufen

Hausärzte in Hessen gehen neue Wege, um Menschen mit Depressionen und Angststörungen zu helfen.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Hausärzte in Hessen gehen neue Wege, um Menschen mit Depressionen und Angststörungen zu helfen.

Dafür hat die Techniker Krankenkasse zusammen mit weiteren Partnern das Pilotprojekt PREMA gestartet: „eHealth gestütztes Case-Management für psychisch Erkrankte in der hausärztlichen Primärversorgung“. PREMA wird für vier Jahre mit 4,9 Millionen Euro finanziert.

2000 Patienten sollen daran teilnehmen. Beteiligt sind neben der TK auch die KV Hessen, der Technik-Anbieter TelePsy, die Goethe-Universität Frankfurt sowie die Universitätsklinika Hamburg und München.

Laut TK unterstützt es Hausärzte mit einem strukturierten Versorgungsprogramm, psychische Erkrankungen sicher und frühzeitig zu erkennen. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview

Schmerzen bei Demenz-Patienten: Welche Fallstricke lauern in der Diagnostik?

Leitlinie

Wie Sie Schmerzen bei Demenz-Patienten erkennen

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Dr. Klaus Jost 05.07.201916:13 Uhr

Pilotprojekt löst nicht den Mangel in der ambulanten Psychotherapie

In einem hessischen Pilotprojekt namens PREMA sollen angesichts langer Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz Menschen mit Depressionen und verschiedenen Angststörungen ein Jahr lang über Hausarztpraxen betreut werden. Als ob Hausärzte nicht schon bisher bis zum Anschlag körperlich erkrankte Patienten versorgen und oft neue Anfragen nicht bedienen können! Zudem haben Studien immer wieder gezeigt, dass viele Hausärzte Depressionen, die sich u. U. auch nur in Form körperlicher Symptome äußern können, sehr spät oder gar nicht erkennen.
Das Projekt sieht vor, dass medizinische Fachangestellte (MFA) - früher Sprechstundenhilfen genannt - einen wichtigen Part in der Einschätzung und Betreuung von Patienten mit psychischen Störungen übernehmen. Ohne dieser Berufsgruppe zu nahe treten zu wollen, dafür sind die Fachangestellten nicht befähigt und ausgebildet! Sie in dem Projekt als „Case Manager“ zu bezeichnen, mag sie sprachlich aufwerten, qualifiziert sie jedoch keineswegs, Patienten mit ernst zu nehmenden seelischen Störungen, die auch die Gefahr der Suizidalität beinhalten können, richtig einzuschätzen und zu begleiten. Menschen mit Depressionen und Angststörungen sind ebenso wie körperlich Erkrankte wertzuschätzen, indem sie in welchem Rahmen auch immer von speziellen Fachkräften beraten, betreut und versorgt werden. Die Befähigung zu ihrer Behandlung setzt eine jahrelange Ausbildung zum Psychologischen oder Ärztlichen Psychotherapeuten voraus. Die Not psychisch Kranker, einen Therapieplatz zu finden und lange Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen, wird nicht nachhaltig durch ein auf vier Jahre begrenztes, in seiner Wirkung höchst fragwürdiges Projekt gelindert. Die Lösung kann nur sein, fachlich, durch qualifiziertes Personal geführte Beratungsstellen für Menschen mit psychischen Störungen auszubauen. Eine längst überfällige Aufstockung von Zulassungen Psychotherapeutischer Praxen - insbesondere in ländlichen Bereichen - würde endlich unzumutbare Wartezeiten auf eine qualifizierte Behandlung beenden.

Dr. Klaus Jost

Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Schlafstörung lindern ohne Toleranzentwicklung

© Springer Medizin Verlag GmbH

Schlafstörung lindern ohne Toleranzentwicklung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Hennig Arzneimittel GmbH & Co. KG, Flörsheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Atypische Stirnfalten: Wo kommen sie her?

Tipps von KI-Expertin

So hilft Künstliche Intelligenz den MFA im Praxisalltag

Lesetipps
Eine Puppe liegt dreckig auf dem Boden.

© fotogeng / stock.adobe.com

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Wenn das Bindegewebe im Becken an Spannung verliert oder geschädigt wird, droht ein Descensus genitalis. Wichtig sind Aufklärung und Beratung der betroffenen Frauen.

© H_Ko / Stock.adobe.com

Genitalsenkung

Descensus genitalis: Aktualisierte Empfehlungen auf S3-Niveau