Ärzte Zeitung, 14.06.2005

Retinopathie schon bei gestörter Glukosetoleranz

US-Diabetologen sprechen sich für frühes Screening auf Netzhautveränderungen aus / US-Präventionsprogramm

SAN DIEGO (ner). Die diabetische Retinopathie kann bereits im Prädiabetes-Stadium auftreten. Im US-amerikanischen Diabetes-Präventionsprogramm hatten acht Prozent der Teilnehmer mit prädiabetischen Symptomen bereits Netzhautveränderungen.

Dies wurde jetzt bei der Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) in San Diego im US-Staat Kalifornien berichtet. "Diese Befunde unterstreichen die Empfehlungen, wonach Patienten mit neu diagnostiziertem Diabetes mellitus Typ 2 auf das Vorhandensein einer Retinopathie gescreent werden sollten", sagte Dr. Emily Chew von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde NIH (National Institutes of Health).

An dem Diabetes-Präventionsprogramm haben mehr als 3200 Menschen mit gestörter Glukosetoleranz teilgenommen. Bei insgesamt 890 Teilnehmern waren gezielt Fundusuntersuchungen vorgenommen worden. Die diabetische Retinopathie gilt als häufigste Ursache für Erblindungen bei Erwachsenen.

Auch neuropathische Veränderungen treten bereits in Vorstadien des Diabetes mellitus auf, wie Neurologen von der University of Utah auf der Tagung berichteten. Aufmerksam werden sollte man nach Angaben von Dr. J. Robinson Singleton vom Salt Lake City Veteran's Hospital bei deutlich übergewichtigen oder adipösen Menschen, die sich wegen neurologischer Auffälligkeiten beim Arzt vorstellen.

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