Ärzte Zeitung, 20.07.2005

Studie zu Diabetes-Kranken mit Depressionen

Bundesforschungsministerium fördert Untersuchung zur medizinische Versorgung / Ruhr-Uni Bochum leitet das Projekt

KÖLN (ble). Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) will in einer dreijährigen Studie die medizinische Versorgung von Diabetikern mit Depressionen evaluieren.

Im Auftrag des Bundesforschungsministeriums soll dabei die Wirkung verhaltenstherapeutischer und medikamentöser Behandlungsformen von Depressionen auf den Verlauf von Diabetes-Erkrankungen untersucht werden.

"Wir wissen, daß Antidepressiva und Verhaltenstherapien bei Depressionen erfolgreich sind. Was wir nicht wissen, ist, ob die erfolgreiche Behandlung der Depression auch günstige Auswirkungen auf den Verlauf des Diabetes hat", sagt Dr. Stephan Herpertz von der Abteilung für psychosomatische Medizin an der Westfälischen Klinik Dortmund.

Er ist Lehrstuhlinhaber für psychosomatische Medizin an der RUB. Nach Angaben von Herpertz erkranken Diabetiker doppelt so häufig an Depressionen wie Nicht-Diabetiker. "Diesen kaum bekannten Teufelskreis müssen wir durch eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Diabetologie und der Psychosomatischen Medizin durchbrechen", so Herpertz.

Oft werde die Depression nicht erkannt, da der behandelnde Arzt vom Diabetes-Patienten meist nur auf körperliche Beschwerden angesprochen werde. Mit der Studie soll zudem geklärt werden, ob eine Verhaltenstherapie, die die Situation des Diabetikers mit einbezieht, den Langzeitverlauf besser beeinflussen kann als die Behandlung mit Antidepressiva.

Beginnen soll die Untersuchung zum Jahreswechsel, 400 bis 500 Patienten werden an ihr teilnehmen. An der Studie beteiligen sich unter Führung der RUB die Unikliniken Mainz und Düsseldorf sowie 26 Schwerpunktpraxen aus ganz Deutschland.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wer viel Wasser trinkt, beugt Harnwegsinfekten vor

Den Ratschlag, viel zu trinken, sollten sich Frauen nicht nur während eines Harnwegsinfektes zu Herzen nehmen. Auch wer danach reichlich Wasser trinkt, profitiert davon. mehr »

In der Praxis oft auch knifflige AU-Fälle

Die Regeln, wie und wann ein Arzt einen Patienten krankschreiben darf, sind in der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie festgehalten. In der Praxis gibt es jedoch viele knifflige Fälle. mehr »

Handlungsbedarf bei Chronikerpauschale!

Die Chronikerzuschläge für Hausärzte bleiben eine der dringendsten Hausaufgaben für die Selbstverwaltung. Es wird Zeit, die alten bürokratischen Zöpfe abzuschneiden, meint unser Abrechnungsexperte. mehr »