Diabetes

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Modul: Der Diabetespatient in der Notfallversorgung – Synopsis für den ambulanten Sektor, den Rettungsdienst und die Notaufnahme

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Ärzte Zeitung, 08.11.2005

Plädoyer zur Früherkennung einer diabetischen Nephropathie

Progression des Nierenschadens ist zu bremsen / Bei Makroalbuminurie gibt’s kein Zurück

WIESBADEN (hbr). Die diabetische Nephropathie ist in Industriestaaten der häufigste Dialysegrund. Die Prognose dieser Patienten ist bescheiden: Bei Typ-2-Diabetikern mit Nephropathie beträgt das Fünf-Jahres-Überleben nur 20 Prozent. Doch die Progression von Nierenschäden zur Dialysepflicht läßt sich beeinflussen. Am besten frühzeitig. Denn besteht erst eine Makroalbuminurie, dann ist ein "point of no return" erreicht, betont Privatdozent Dr. Dariusz Moczulski aus Zabrze in Polen. Er plädiert daher wie die Deutsche Diabetes-Gesellschaft jährlich auf Mikroalbuminurie zu testen.

Einmal jährlich sollte auf Mikroalbuminurie getestet werden. Foto: PhotoDisc

Die Mikroalbuminurie (MAU) ist das erste nachweisbare Zeichen der diabetischen Nephropathie. Bis zu 40 Prozent der Typ-1- und Typ-2-Patienten bekommen sie innerhalb von 25 Jahren.

Werden sie bei persistierender MAU nicht entsprechend therapiert, dann entwickeln 80 Prozent der Typ-1- und bis zu 40 Prozent der Typ-2-Patienten daraus eine Makroalbuminurie, später eventuell eine Niereninsuffizienz, so Moczulski.

Der Test wird bei Typ-1-Patienten ab dem fünften Krankheitsjahr vorgenommen. Weil Typ-2-Diabetes oft lange verdeckt besteht, sollte hier von der Diagnose an getestet werden. Das ermöglicht ein frühes Eingreifen.

Eine MAU besteht, wenn die Albuminkonzentration im ersten Morgenurin auf 20 mg/l bis 200 mg/l steigt oder die Albumin-Ausscheidung im 24-Stunden-Sammelurin 30 bis 300 mg/24h beträgt. Zur Diagnose der diabetischen Nephropathie müssen zwei von drei Proben im Abstand von zwei bis vier Wochen positiv sein.

Moczulski empfiehlt, bei Nephropathie mit mehreren Therapien zu intervenieren. So nützt eine gute Diabeteskontrolle; bei einem schlechten HbA1c von acht Prozent steigt schon die Inzidenz der Nephropathie stärker. Eine Blutdrucksenkung kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Und wer das Rauchen läßt, hat ebenfalls Chancen auf verzögerte Progression. Auch Eiweißkonsum und Fettwerte sind beeinflußbar. Dabei sollte man sich an die Therapieziele der Leitlinien halten, so Moczulski beim Donau-Symposium und Kirchheim-Forum in Wiesbaden.

Das bedeutet einen HbA1c von 6,5 Prozent - im Prinzip, denn das ist natürlich nicht bei allen Patienten machbar. Wichtig ist die Blutdrucksenkung; das Ziel liegt unter 130/80 mmHg, bei manifester Nephropathie unter 120/80 mmHg. Das LDL-Chol-esterin sollte unter 100 mg/dl liegen: "Das sind die wichtigsten Faktoren, die wir beeinflussen können, um unsere Patienten vor einer Progression zu schützen."

Mit Rücksicht auf die vorgeschädigten Nieren sind nichtsteroidale Antirheumatika zu vermeiden. Röntgenkontrastmittel brauchen eine strenge Indikationsstellung. Oft muß die antidiabetische Therapie angepaßt werden: Metformin ist bei eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert. Bei Sulfonylharnstoffen ist meist eine geringere Dosis nötig. Eine Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min fordert von Repaglinide eine Kürzung. Und natürlich kann auch der Insulinbedarf sinken.

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