Weltweite Kampagne "Changing Diabetes" gestartet

KOPENHAGEN (skh). Mit dem Ziel, auf die stark zunehmende Diabetes-Prävalenz aufmerksam zu machen, ist gestern beim Europäischen Diabeteskongreß in Kopenhagen die Kampagne "Changing Diabetes" gestartet worden. Kernstück der Aktion ist ein Bus, der zu einer Welttour aufgebrochen ist. In Deutschland wird er vom 19. September bis 2. Oktober in vier Städten Halt machen.

Veröffentlicht:

"Weltweit stirbt alle zehn Sekunden ein Patient an den Folgen von Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, und zwei weitere Menschen erkranken neu." Das hat Dr. Henk Jan Aanstoot, Kinderarzt und Vorsitzender der Niederländischen Diabetes-Vereinigung, bei der Auftaktveranstaltung in Kopenhagen betont. Außerdem sei es inakzeptabel, wenn heutzutage Kinder an Diabetes stürben, nur weil diagnostische Mittel und Medikamente nicht verfügbar seien, so Aanstoot.

Aufklärung tut also dringend Not, und dazu soll die Kampagne "Changing Diabetes" beitragen. Sie ist Teil der weltweiten, von der International Diabetes Federation (IDF) initiierten Unterschriftenaktion "UNite for diabetes". Ziel der Aktion ist eine UN-Resolution, in der die 192 Mitgliedsstaaten aufgerufen werden, mehr Präventionsmaßnahmen zu ergreifen und die Versorgung von Diabetikern zu verbessern. "Diabetes beschäftigt uns rund um die Uhr, sagte Anja ¥stergren Nielsen, eine der IDF-Jugendsprecherinnen, in Kopenhagen. Die 21jährige Typ-1-Diabetikerin aus Dänemark plädierte deshalb dafür, junge Typ-1-Diabetiker auch psychologisch stärker zu unterstützen.

Die IDF-Unterschriftenliste soll am 7. November 2007, dem Welt-Diabetes Tag, offiziell der UNO in New York übergeben werden. Viele der Unterschriften sollen an den Stationen des "Changing-Diabetes-Busses", der vom Unternehmen Novo Nordisk bereitgestellt worden ist, gesammelt werden. In Deutschland werden diese Stationen in Berlin, Kassel, München und Köln sein. Am Ort wird der Bus durch ausfahrbare Seitenwände zum begehbaren Informationszentrum. Dort sind dann Gesundheitschecks, Beratung zur gesunden und trotzdem leckeren Ernährung sowie Aktionen für Kinder, etwa ein weltweiter Zeichenwettbewerb, vorbereitet. Auch Diabetologen werden dabei sein, um detailliert zu informieren, wie das Unternehmen zum Start der Kampagne mitgeteilt hat. Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner.

Wie groß der Bedarf an Aufklärung ist, belegen Zahlen zur Diabetes-Prävalenz, an die gestern Professor Martin Silink, IDF-Präsident und Mitinitiator von "UNite for Diabetes" in Kopenhagen erinnert hat: Derzeit seien über 230 Millionen Menschen, fast sechs Prozent der Weltbevölkerung, an Diabetes erkrankt. Einer Prognose der IDF zufolge könne die Zahl der Diabetiker im Jahr 2025 schon bei 350 Millionen liegen. Silink spricht sogar von der größten Gesundheitskatastrophe, die die Welt je gesehen hat. In Deutschland sind bereits sieben Prozent an Diabetes erkrankt, davon 90 Prozent an Typ-2-Diabetes.



Diabetes-Bus in vier Städten

Nach der Auftaktveranstaltung zur "Changing-Diabetes"-Welttour in Kopenhagen wird der Diabetes-Bus vom 19. September bis 2. Oktober in Deutschland unterwegs sein. Vor Ort werden etwa Tips zur gesunden Ernährung, Gesundheits-Checks, Blutzuckermessungen und Körperfettbestimmung für alle Besucher kostenlos angeboten. Die Stationen sind:

19. + 20. September in Berlin: Potsdamer Platz, 10 bis 16 Uhr 23. September in Kassel: Beim Deutschen Diabetiker Tag, Stadthalle Kassel, 10 bis 16 Uhr 27. September in München: Sendlinger Tor, 10 bis 16 Uhr 30. September und 1. Oktober in Köln: Rudolfplatz, 10 bis 16 Uhr.

Weitere Informationen gibt es unter www.diabetes.de, www.novonordisk.de oder www.unitefordiabetes.org

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Künstliche Intelligenz

Algorithmen-gestützte Telemedizin bei Typ-1-Diabetes

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?

Lesetipps
Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?