Ärzte Zeitung, 18.04.2007

Sitagliptin erweitert Antidiabetika-Palette

Hormonverstärker stimuliert bei Typ-2-Diabetikern die Insulin-Ausschüttung / Zur Kombitherapie zugelassen

WIESBADEN (grue). Ab sofort ist das Antidiabetikum Sitagliptin (Januvia) für die orale Kombitherapie von Typ-2-Diabetikern in Deutschland verfügbar. Das Medikament hemmt den Abbau des Darmhormons oder Inkretins GLP-1, das die Insulinsekretion stimuliert.

Sitagliptin ist der erste orale Inkretin-Verstärker und wurde vor kurzem für die Kombitherapie mit Metformin oder einem Glitazon zugelassen. Das gilt für Patienten, bei denen die jeweilige Monotherapie plus Diät und Bewegung nicht mehr ausreicht, den Blutzucker ausreichend zu senken.

Sitagliptin senkt das HbA1C in Abhängigkeit vom Ausgangswert um etwa 0,8 Prozentpunkte und mit Metformin um weitere 0,7 Prozentpunkte, wie Professor Burkhard Göke aus München auf einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Wiesbaden berichtete. Mit einer solchen Kombination erreichten in Studien fast die Hälfte der Patienten einen HbA1C-Wert von unter sieben Prozent, mit Metformin plus Placebo schaffte das nur etwa jeder Fünfte.

Sitagliptin wirke gewichtsneutral und sei gut verträglich. Hypoglykämien seien so selten wie bei Therapie mit einem Scheinpräparat. Im Vergleich zur Kombination aus Metformin und einem Sulfonylharnstoff sei in Studien die Metformin-Sitagliptin-Therapie bei der HbA1C-Reduktion gleich wirksam gewesen, es gab damit aber weniger Hypoglykämien. In einer weiteren Studie wurde die Wirksamkeit von Sitagliptin plus Pioglitazon geprüft: Auch damit ließ sich eine weitere HbA1C-Reduktion um 0,7 Prozentpunkte erzielen.

Von Sitagliptin werden einmal täglich 100 mg eingenommen. Es erhöht Glukose-abhängig den Inkretinspiegel. Das führt zu einer bedarfsgerechten Insulinausschüttung. Zugleich wird die Glukagonfreisetzung gehemmt, die Glukoseproduktion in der Leber gedrosselt. Die bei Typ-2-Diabetes eingeschränkte Inkretin-Wirkung könne durch die Therapie mit Sitagliptin verbessert werden, so Göke. Es gebe Hinweise, dass sich damit auch die Betazell-Funktion verbessert.

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