Direkt zum Inhaltsbereich

Sitagliptin bessert den HbA1c und die Betazell-Funktion

WIESBADEN (hbr). Bei Typ-2-Diabetikern senkt die Zugabe von Sitagliptin zu Metformin die Nüchtern- und postprandialen Blutzuckerwerte sowie den HbA1c-Wert deutlich. Zugleich bessern sich Parameter der Betazell-Funktion.

Veröffentlicht:

Das belegt eine neue Studie, die Professor Petra-Maria Schumm-Draeger aus München beim Internisten-Kongress in Wiesbaden vorgestellt hat. Darin wurden 190 Typ-2-Diabetiker mit täglich 1500 mg Metformin behandelt. Zusätzlich erhielten sie entweder 100 mg Sitagliptin (Januvia®) oder ein Placebo.

Während sich in der Placebogruppe kaum etwas veränderte, sank der Start-HbA1c von etwa neun Prozent bei Patienten mit Sitagliptin-Therapie innerhalb von 30 Wochen um mehr als einen Prozentpunkt. Etwa die Hälfte dieses Effektes wurde schon nach sechs Wochen erreicht. Gleichzeitig verringerte sich der Nüchtern-Blutzuckerwert im Mittel um 27 mg/dl; auch hier trat die Hauptwirkung bereits in den ersten sechs Wochen ein. Die postprandialen Werte zwei Stunden nach dem Essen nahmen um etwa 60 mg/dl ab.

Die Absenkung des HbA1c in der Sitagliptingruppe war um so ausgeprägter, je höher der Wert vor Behandlungsbeginn gelegen hatte. Bei Patienten mit einem Ausgangswert über zehn Prozent führte dies zu einer Verbesserung um 1,5 bis 1,8 Prozentpunkte. Das bestätigt die Ergebnisse einer im letzten Jahr veröffentlichten Studie: In ihr verringerte die Gliptin-Metformin-Kombination den HbA1c-Wert im Mittel sogar um 3,1 Prozentpunkte, wenn der Startwert über zehn Prozent lag.

Ein Gewichtsanstieg, der bei medikamentöser Behandlung von Typ-2-Diabetikern häufig auftritt, wurde mit dem Gliptin nicht beobachtet. Erwartungsgemäß traten auch keine Unterzuckerungen auf.

Stattdessen verbesserten sich Parameter der Betazell-Funktion, etwa das Verhältnis von Proinsulin zu Insulin, berichtete die Diabetologin bei einem Symposium des Unternehmens MSD Sharp & Dohme. Dieser Wert ist bei Typ-2-Diabetikern meistens erhöht und sank unter der Behandlung mit Sitagliptin hochsignifikant ab.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävention und Therapie

In fünf Schritten zu einer besseren Adipositas-Versorgung

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose

Primäre und sekundäre Formen

Immundefekte erkennen: So klappt’s in der Praxis

Lesetipps
Seltene Erkrankungen haben ihren Namen nicht umsonst. Zählt man sie jedoch alle zusammen, so sind es etwa 8.000 Erkrankungen mit rund 4 Millionen Betroffenen in Deutschland.

© Orawan / stock.adobe.com

Oft langer Weg bis zur Diagnose

Wie Sie Patienten mit seltenen Erkrankungen früher erkennen

Eine Frau sitzt im bett und hustet.

© Sonja Monstein / stock.adobe.com

Fehlerhaftes Immunsystem

So unterscheiden sich primäre und sekundäre Immundefekte