Ärzte Zeitung, 04.11.2010

Jährliches Depressions-Screening bei Diabetikern!

Depressionen und Diabetes begünstigen sich gegenseitig.

BERLIN (eb). Erkenntnisse aus der Forschung sollen künftig rascher als bisher für die Behandlung von Patienten mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes nutzbar gemacht werden. Das ist Ziel der gemeinsamen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) in Berlin.

Ein Schwerpunktthema ist dabei das deutlich erhöhte Risiko für Diabetiker, an Depressionen zu erkranken. Beide Krankheiten begünstigen sich gegenseitig: So können zum Beispiel Hormone, die bei Depressionen vermehrt ausgeschüttet werden, einen Diabetes mellitus fördern.

Diabetiker mit Depressionen sterben nach Studiendaten besonders früh. Grund dafür ist, dass Diabetiker mit depressiven Störungen ein deutlich erhöhtes Risiko für Schädigungen ihrer Blutgefäße und damit verbundene Erkrankungen haben. Depressionen oder andere psychische Erkrankungen werden zudem häufig erst spät erkannt und Betroffene oft nicht ausreichend behandelt. Für depressive Diabetiker ist es schwierig, aktiv an einer Diabetes-Therapie mitzuarbeiten, wurde bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Tagung betont. Eine frühe Diagnose und Therapie sind daher besonders wichtig für die Prognose der Patienten.

Um Betroffenen frühzeitig zu helfen, empfehlen die Praxisleitlinien der DDG ein jährliches Depressions-Screening für Diabetiker.

www.herbsttagung-ddg.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Innovationsfonds bleibt - und wird verändert

Seit 2016 fördert der GBA neue Versorgungsprojekte mit vielen Millionen. Jetzt wird bekannt: Mit dem Innovationsfonds geht es weiter - in etwas modifizierter Form. mehr »

Düsteres Bild der Weiterbildung

Fehlende Strukturen und Verstöße gegen Arbeitszeitgesetze: Eine Umfrage des Hartmannbundes unter knapp 1500 Assistenzärzten deckt gravierende Mängel in der Weiterbildung auf. mehr »

Was Kliniken von Luftfahrt lernen können

Zur Eröffnung des „Gesundheitskongresses des Westens“ versucht die Gesundheitsbranche, von anderen zu lernen: Nicht Fehler seien das Problem, sondern das Machtgefälle in Teams. mehr »