Ärzte Zeitung, 04.04.2013

Kommentar zu nächtlicher Hypoglykämie

Unterschätzter Unterzucker

Von Robert Bublak

Hypoglykämien müssen Patienten nicht gleich in Lebensgefahr bringen, um ihnen das Leben schwer zu machen. Das zeigen die Resultate einer Studie, in der die Auswirkungen sogenannter minderschwerer nächtlicher Hypoglykämie-Episoden untersucht worden sind. Von "minderschwer" kann hier nur insofern die Rede sein, als nicht gleich ein Arzt zu Hilfe eilen musste.

Schon die Häufigkeit solcher nächtlichen Zustände von Unterzuckerung ist erschreckend. Zwischen 14 und 20 Prozent der Diabetiker haben sogar Woche für Woche damit zu kämpfen. Die Größenordnung, in der es Typ-1- und Typ-2-Diabetiker trifft, ist dabei in etwa gleich.

Auch ist es keineswegs so, dass die Episoden nach ein paar Bissen und ein paar Schlucken rasch verschwänden: Es dauert im Durchschnitt dreieinhalb Stunden, bis die Körpersysteme wieder in den Normalmodus zurückkehren. Die Folgen für den Tag nach der Nacht sind dabei noch gar nicht einkalkuliert.

Hinzu kommt: Knapp 16 Prozent der Patienten ziehen in den Tagen nach einem solchen Ereignis weniger Insulin in ihre Spritze auf.

Die Konsequenzen, die dieses Verhalten für die Kontrolle des Blutzuckerspiegels haben kann, sind mit dem Ausdruck "minderschwer" gewiss nicht zutreffend beschrieben.

Lesen Sie dazu auch:
Nächtliche Hypoglykämie: Eine Gefahr auch für die Therapie

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