Ärzte Zeitung, 21.05.2013
 

Nierensteine

Schlecht eingestellte Diabetiker besonders gefährdet

Je schlechter die glykämische Kontrolle und Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetes, desto höher das Nierensteinrisiko, so US-Forscher.

Schlecht eingestellte Diabetiker besonders gefährdet

Typ-2-Diabetiker in einer Studie hatten im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein 2,4-fach erhöhtes Risiko für Nierensteine.

© [M] Toilette: rorem/shutterstock.com | Steine: victorburnside/istockphoto.com

PALO ALTO. Wie beeinflusst Typ-2- Diabetes die Bildung von Nierensteinen? US-Forscher haben zur Klärung der Frage Daten aus Interviews und von Laboruntersuchungen von 12.110 erwachsenen Probanden des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) aus den Jahren 2007 bis 2010 analysiert (Eur Urol 2013; online 17. März).

Knapp 9 Prozent der Befragten berichteten dabei über ein Nierensteinleiden in ihrer Vorgeschichte. Typ-2-Diabetiker in der Studie hatten im Vergleich zu Nicht-Diabetikern ein 2,4-fach erhöhtes Risiko für Nierensteine in der Vorgeschichte, insulinpflichtige Diabetiker sogar ein 3,3-fach erhöhtes Risiko.

Signifikant mit dem Auftreten von Nierensteinen waren dabei Nüchternblutzucker, HbA1c-Wert und Insulinresistenz assoziiert. So ergab sich bei Nüchternblutzuckerwerten von 100 bis 126 mg / dl ein knapp 1,3-fach erhöhtes Nierenstein-Risiko, bei Werten über 126 mg / dl war das Risiko 23-fach erhöht. Bei HbA1c-Werten von 5,7 bis 6,5 Prozent ergab sich im Vergleich zu niedrigeren Werten bereits ein knapp 1,7-fach erhöhtes Risiko, bei HbA1c-Werten über 6,5 Prozent war das Risiko schon 2,8-fach erhöht.

Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Ethnizität, BMI und Raucherstatus und weiteren Anpassungen hinsichtlich Hypertonie, Dyslipidämie, relativer Hyperurikämie und Hypokalzämie blieb für folgende Faktoren die Assoziation mit einem Nierensteinleiden signifikant: Typ-2-Diabetes, Insulin-pflichtiger Diabetes, HbA1c-Wert und Insulinresistenz.

Fazit: Mangelhafte glykämische Kontrolle begünstigt Nierensteine. Es sei daher von großem Wert, weitere Risikofaktoren für Steinleiden bei Patienten zu erkennen und dagegen vorzugehen. Dies könnte helfen, die Zahl der Betroffenen zu reduzieren, so die Autoren. (St)

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