Ärzte Zeitung App, 08.01.2015

Diabetes-Forschung

Aus Leber- wird Pankreaszelle

BERLIN. Lassen sich Leberzellen des Menschen in Pankreaszellen umprogrammieren? Dieser Frage geht die Diabetes-Forscherin Dr. Francesca Spagnoli vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch mit Hilfe einer "Proof-of-Concept" (PoC)-Förderung des Europäischen Forschungsrats von 150.000 Euro nach.

Spagnoli sehe die Umprogrammierung von Leber- in Pankreaszellen als eine besonders vielversprechende Quelle für Beta-Zellen an, so das MDC.

Leber und Pankreas hätten vieles gemeinsam. Beide Organe entstehen im Embryo in der gleichen Region. Sie spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und regulieren den Blutzuckerspiegel.

Auch haben sie eine Reihe von Genen gemeinsam, teilt das MDC mit. Spagnoli habe einen Faktor identifiziert, der Leberzellen der Maus in Pankreaszellen umwandelt.

Mit ihrer Förderung will die Forscherin ihre Erkenntnisse auf Leberzellen des Menschen übertragen und herausfinden, ob sich damit eine auf den eigenen Leberzellen eines Patienten gestützte Therapie (autologe zellbasierte Therapie) entwickeln lässt. Ihre Entdeckung sei inzwischen beim Europäischen Patentamt in München zum Patent angemeldet, so das MDC. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »