Ärzte Zeitung, 13.06.2017
 

Diabetes-Prävention

Abnehmen nützt dicken Kindern lebenslang

Übergewicht in der Kindheit, Typ-2-Diabetes im Erwachsenenalter – zwangsläufig ist diese Entwicklung nicht. Denn wenn übergewichtige Kinder abnehmen, dann sinkt auch ihr erhöhtes Diabetes-Risiko wieder, wie eine Studie ergeben hat.

Von Sarah Louise Pampel

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Der Kampf gegen das Übergewicht in jungen Jahren zahlt sich beim Diabetes-Risiko aus.

© Charly / Fotolia

SAN DIEGO. Es ist bekannt, dass Übergewicht in der Kindheit und Jugend mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes im späteren Leben assoziiert ist. Aber wie lange sollte man zuschauen, ob sich der "Babyspeck" wieder "verwächst"? Einer aktuellen Registerstudie von Dr. Lise Bjerregaard vom Frederiksberg Hospital in Kopenhagen zufolge nicht bis zur Volljährigkeit.

Vorgestellt wurde die Untersuchung beim Kongress der Amerikanischen Diabetesgesellschaft (ADA) in San Diego im US-Staat Kalifornien. Analysiert wurden Daten zu Größe, Gewicht, Bildungsgrad und Intelligenz aus dem Copenhagen School Health Register und der Danish Conscription Database, und zwar von 62.565 Jungen und Männern aus Dänemark im Alter von etwa sieben sowie von etwa 18 Jahren.

Übergewicht wurde definiert nach den Kriterien der US-Centers of Disease Control für Adipositas bei Kindern (BMI ≥ 85th Perzentile < 95th Perzentile versus Kinder desselben Alters und Geschlechts) sowie nach dem WHO Body Mass Index (BMI) für Erwachsene (BMI ≥25 kg/m2 aber <30). Von den zwischen 1939 und 1959 geborenen Männern entwickelten 6710 (10,7 Prozent) im Alter ab 30 Jahren einen Typ-2-Diabetes und wurden im nationalen Patientenregister Dänemarks zwischen 1977 und 2015 dokumentiert.

Dreifach erhöhtes Diabetesrisiko

5,4 Prozent der Männer im Kollektiv waren als Kinder übergewichtig und 8,2 Prozent als junge Erwachsene, 23 Prozent hatten einen geringen Bildungsstatus, wie Bjerregaard berichtete. 40 Prozent der Männer, die als Kind übergewichtig waren, blieben es bis ins junge Erwachsenenalter. Wie erwartet war Übergewicht in Kindheit und Jugend, auch nach Adjustierung für Bildungsgrad und Intelligenz, mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes im weiteren Leben assoziiert, und zwar etwa um das Dreifache verglichen mit Männern, die immer schlank waren.

Ähnlich erhöht war das Risiko bei jenen, die als Kind zwar schlank waren, aber als junge Erwachsene Übergewicht hatten. Erfreulicherweise ergab sich für die Männer, die ihr Gewicht im Alter zwischen 7 und 18 Jahren normalisieren konnten, aber ein Diabetesrisiko, das dem der durchgehend Schlanken entsprach (HR=1,01).

Eine Stärke der Untersuchung sieht die Post-Doc-Wissenschaftlerin zum Beispiel in der großen populationsbasierten Stichprobe, eine Schwäche in der Tatsache, dass sie nur männliche Teilnehmer hat. Weitere spannende Fragestellungen könnten die nach der Assoziation zwischen Übergewicht als junger Mensch und dem Risiko für kardiovaskuläre oder Krebserkrankungen sein.

Bjerregaards Fazit: "Prävention und Behandlung von übergewichtigen Kindern sollte angesichts der steigenden Inzidenz von Adipositas und Typ-2-Diabetes in vielen Ländern weltweit Priorität haben."

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