Ärzte Zeitung, 20.01.2004

Therapie mit Ginkgo-biloba-Extrakt bringt wieder Farbe in die Haut

Indische Ärzte erreichen bei Vitiligo-Patienten eine Repigmentierung

CHANDIGARH (mal). Eine Therapie mit Ginkgo-biloba-Extrakt kann bei Patienten mit Vitiligo das Fortschreiten der Depigmentierung stoppen und die Repigmentierung fördern. Das haben jetzt indische Forscher beobachtet.

Dr. Davinder Parsad aus Chandigarh in Indien und seine Kollegen haben 25 Vitiligo-Patienten mit täglich dreimal 40 mg eines in Indien erhältlichen, standardisierten Ginkgo-biloba-Extraktes behandelt, 22 weitere Patienten erhielten Placebo. Die Therapie wurde über sechs Monate fortgeführt.

Innerhalb dieser Zeit sei es bei 20 Patienten unter Ginkgo-biloba-Therapie, aber nur bei acht Patienten der Placebo-Gruppe zu einem Stop der Krankheitsprogression gekommen, berichten die Kollegen (Clinical and Experimental Dermatology 28, 2003, 285).

Dieser Unterschied sei statistisch signifikant gewesen. Außerdem hatte bei zehn Patienten der Verum-Gruppe, aber nur bei zwei Patienten der Kontroll-Gruppe eine deutliche oder eine vollständige Repigmentierung stattgefunden. Besonders Patienten mit akrofazialer Vitiligo profitierten von der Ginkgo-biloba-Therapie. Der Extrakt wurde gut vertragen.

Parsad und seine Kollegen diskutieren, daß der Effekt der Ginkgo-biloba-Therapie mit den antioxidativen Eigenschaften des Extraktes zusammenhängen könnte. Nach Forschungsergebnissen sei oxidativer Streß in der Pathogenese von Vitiligo von großer Bedeutung. Bei Vitiligo könne eine Behandlung mit Ginkgo-biloba-Extrakt mit anderen Therapien, zum Beispiel einer Behandlung mit Steroiden, kombiniert werden, um die Repigmentierung zu beschleunigen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »