Ärzte Zeitung, 25.10.2005

Infliximab - neue Chance gegen Psoriasis

Bereits nach zehn Wochen sind bei vier von fünf Patienten die Symptome stark vermindert / Therapie-Erfolg hält an

MÜNCHEN (wst). Mit dem Antikörper Infliximab (Remicade®) ist Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis schnell, effektiv und anhaltend zu helfen. Für Patienten, die auf herkömmliche Medikamente nicht ansprechen oder diese nicht vertragen, gibt es damit eine neue Therapieoption.

Zulassungsstudien zu der TNF-alpha-hemmenden Substanz haben schon zehn Wochen nach Therapiebeginn bei 80 Prozent der Patienten eine Verringerung des Schweregrades um mehr als 75 Prozent ergeben, wie Professor Kristian Reich von der Unihautklinik Göttingen auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Essex in München berichtet hat. So sind in die Placebo-kontrollierte doppelblinde EXPRESS (European Infliximab for Psoriasis Efficacy and Safety Study)-Studie 378 Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Plaque-Psoriasis aufgenommen worden (Lancet 366, 2005, 1367). Per Zufall aufgeteilt in zwei Gruppen, hatten 301 Patienten initial, nach zwei Wochen, nach sechs Wochen und danach alle acht Wochen jeweils 5 mg/kg KG Infliximab i.v. erhalten. 77 Patienten hatten Placebo bekommen.

Bereits in der zehnten Woche nach Therapiebeginn hatte sich der Hautbefund entsprechend des PASI(Psoriasis Area Severity Index)-Scores, der Ausdehnung und Schwere der Hautläsionen berücksichtigt, bei 80 Prozent der Patienten um 75 Prozent gebessert. Mit Placebo war das nur bei drei Prozent der Fall. Bei 57 Prozent der mit dem Antikörper Behandelten war nach dieser Zeit der PASI sogar um 90 Prozent vermindert. Echte oder vermeintliche unerwünschte Wirkungen veranlaßten bei sieben Prozent der Patienten mit Placebo und bei neun Prozent der Verumpatienten einen Studienabbruch.

Nach insgesamt 50 Wochen der nun offenen Studie hatten mit der Antikörper-Therapie immer noch 61 Prozent der Patienten einen PASI-Wert, der um mindestens 75 Prozent niedriger war als zu Studienbeginn.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »