Ärzte Zeitung, 19.05.2015

Kindergarten-Studie

Sonnenschutz ist gut, aber nicht perfekt

Eltern unterschätzen das Strahlungsrisiko an bewölkten Tagen, so eine Studie in Kindergärten.

ERLANGEN. In der Erlangen-Kindergarten-Studie haben Eltern von etwa 3000 Drei- bis Sechs-jährigen Fragen zum Sonnenschutz beantwortet, berichten Epidemiologen um Dr. Olaf Gefeller von der Universität Erlangen (Pediatric Dermatology 2015; online: 7. April).

Dabei sollten sie aus einer Liste mit neun Hautkrebsrisikofaktoren die richtigen sechs ankreuzen. Fünf davon wurden auch von den meisten der Eltern erkannt.

Über 80 Prozent schätzten das Hautkrebsrisiko durch Sonnenbrände in der Kindheit und durch chronische Sonnenexposition richtig ein, etwa zwei Drittel kreuzten zudem Sonnenbaden, eine hohe Zahl von Nävi sowie helle Haut und Haare als Risikoparameter an.

Nur ein Drittel war jedoch der Auffassung, dass eine gelegentliche intensive UV-Exposition, etwa im Urlaub, das Hautkrebsrisiko steigert.

Immerhin war neun von zehn Eltern bewusst, dass Luftverschmutzung, Ernährung und Allergien das Risiko nicht nennenswert steigern.

Eltern schätzen Schutzbedarf

Zudem mussten die Eltern den Schutzbedarf in fünf Situationen anhand einer Vier-Punkte-Skala beurteilen. Über 90 Prozent hielten den UV-Schutz am Strand sowie mittags für sehr wichtig, drei Viertel auch bei Freizeitaktivitäten.

Über 80 Prozent erkannten, dass Abendsonnen kaum gefährlich ist. Bei bewölktem Himmel hielten aber nur knapp 19 Prozent Sonnenschutz für dringend erforderlich, 70 Prozent waren sich hier jedoch unsicher.

11 Prozent sahen bei bewölktem Himmel überhaupt kein Risiko.

Informationskampagnen zum Hautkrebs haben offenbar gefruchtet, so das Fazit von Gefeller und Mitarbeitern.

Es gibt jedoch zwei Lücken: Den meisten Eltern ist offenbar nicht klar, dass auch ein gelegentliches intensives Sonnendbad das Hautkrebsrisiko erhöht und dass sie bei bewölktem Himmel im Sommer ebenfalls auf einen guten Sonnenschutz ihrer Kinder achten sollten.

Darauf sollten sich künftige Kampagnen etwas stärker konzentrieren, schreiben die Erlanger Forscher. (mut)

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