Ärzte Zeitung, 17.08.2015

Tätowierungen

Entfernung mit dem Laser birgt Risiken

Unerwünschte Tattoos werden oft durch Laserbehandlungen entfernt. Das kann gefährlich sein, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

BERLIN. Um Infos zu Risiken bei Entfernung von Tätowierungen zu bekommen, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Spaltprodukte bestimmt, die bei Rubinlaserbestrahlung von Phthalocyanin-Blau entstehen (Scientific Reports 2015; online 5. August).

Dazu gehören 1,2-Benzendicarbonitril, Benzonitril, Benzol sowie Blausäure, so das BfR.

Bei Lasertherapie eines Tätowierungspigments in wässriger Suspension entstünden Stoffe in Konzentrationen, die hoch genug wären, in der Haut Zellschäden zu verursachen, wird BfR-Präsident Professor Andreas Hensel zitiert.

Größe und Körperregion entscheidend

Mögliche Risiken könnten je nach Größe der Tätowierung, Pigmentkonzentration, Körperstelle, Bestrahlungsdosis sowie der verwendeten Wellenlänge des Lasers unterschiedlich sein.

Unter all den Verbindungen, die durch die Bestrahlung entstehen, sei Blausäure (HCN) aufgrund ihrer starken Zytotoxizität von besonderer Bedeutung. Sie ist seit langem als farbloses, schnell wirkendes toxisches Gas bekannt.

Überträgt man die nachgewiesenen Mengen an HCN auf die Situation im menschlichen Körper, so könnten in bestimmten Gewebsschichten durch Laserbehandlung HCN-Konzentrationen von bis zu 30 μg / ml entstehen.

Obwohl die orale Einnahme und das Einatmen die häufigsten Arten der Cyanidvergiftung darstellen, sind auch immer wieder Fälle gesundheitlicher Beeinträchtigungen nach Aufnahme über die Haut beschrieben worden.

Es sei anzunehmen, so das BfR, dass lokale Pigmentkonzentrationen in dieser Größenordnung, die in gut durchbluteten Gewebeschichten auftreten können, ein mögliches gesundheitliches Risiko darstellen.

Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn extrem große Tätowierungen bestrahlt werden, wie etwa am Oberarm (> 500 cm2).

Das BfR sehe weiteren Forschungsbedarf und werde aufgrund der vorgestellten Daten in Zukunft mögliche Spaltprodukte von Farbstoffen bei seiner Risikobewertung berücksichtigen, heißt es in der Mitteilung.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sowohl über die möglichen Risiken von Tätowierungen als auch der Tattooentfernung umfassend aufgeklärt werden. (eb)

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