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Aktuelle Befragung

UV-Schutz in Deutschland häufig unzureichend

Langärmelige Kleidung ist hierzulande der häufigste Sonnenschutz. Eine Kopfbedeckung nutzt einer aktuellen Befragung zufolge nicht einmal jeder Fünfte.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Bad in der Sonne: Männer sind hier offenbar oft zu sorglos hinsichtlich des UV-Schutzes.

Bad in der Sonne: Männer sind hier offenbar oft zu sorglos hinsichtlich des UV-Schutzes.

© detailblick / stock.adobe.com

MANNHEIM. Weltweit steigt die Zahl der Melanompatienten unter der kaukasischen Bevölkerung – auch in Deutschland. In einer populationsbasierten Studie, beruhend auf der Datenerhebung zu National Cancer Aid Monitoring on Sunbed Use (NCAM) haben Tatiana Görig von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Uni Heidelberg und Kollegen untersucht, wie Menschen ihre Haut hierzulande üblicherweise vor zu viel UV-Strahlung bewahren. Dazu befragten die Studienautoren von Oktober bis Dezember 2015 insgesamt 3000 Einwohner Deutschlands telefonisch (JEADV 2018; 32: 225–235).

Insgesamt gaben rund 92 Prozent der Befragten an, sich mindestens durch eine Maßnahme vor der Sonne zu schützen. Am häufigsten nannten die Studienteilnehmer das Tragen langärmeliger Kleidung (53,9 Prozent), eine Kopfbedeckung gaben dagegen nur 17,9 Prozent zu Protokoll. Etwa jeder zweite Befragte bedeckte oft oder immer die Schultern, trug eine Sonnenbrille oder suchte nach einem Schattenplatz, wenn er sich an einem Sommertag länger als zehn Minuten in der Sonne aufhielt. Und nur vier von zehn Personen nutzten beim Aufenthalt im Freien Sonnenschutzmittel.

Am sorglosesten hinsichtlich des Sonnenschutzes waren dabei folgende Gruppen: Männer, Befragte zwischen 14 und 25 Jahren, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen mit geringer Schulbildung.

Fürsorglicher gegenüber ihrer Haut verhielten sich dagegen Frauen. 51 Prozent von ihnen nutzten Sonnenschutzmittel und blieben im Schatten, gegenüber 43 Prozent bei den Männern. Einen besseren Schutz wählten auch Menschen mit höherem Bildungsstand, Personen, die bereits als Kind Sonnenbrände erlitten hatten, oder Studienteilnehmer, die auf gesunde Ernährung achteten.

Trotz ihres umsichtigen Verhaltens waren unter denjenigen, die die Sonne zur Hautbräunung nutzten, vorwiegend Frauen, aber auch Menschen unter 35 Jahren und solche mit niedrigem Bildungsstand sowie Raucher und Solariumsbesucher.

Da individuelle Sonnenschutzmaßnahmen leicht umzusetzen sind und einen wirksamen UV-Schutz bieten, sollten Kampagnen zur Hautkrebsprävention in Deutschland stärker auf die besonders gefährdeten Personengruppen wie junge Erwachsene, Männer, Personen mit niedrigem Bildungsstand und Menschen mit Migrationshintergrund ausgerichtet sein.

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