Direkt zum Inhaltsbereich

Leidenschaftliches Plädoyer für den Urin-Test

BERLIN (gvg). Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Mikroalbuminurie-Diagnostik hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) den Endspurt für den Internistenkongreß 2005 eingeläutet. Für das kardiovaskuläre Risiko sei dieser Parameter aussagekräftiger als die kardiovaskulären Risikofaktoren Rauchen und Hypercholesterinämie.

Veröffentlicht:

"Wer eine Mikroalbuminurie hat, dessen kardiovaskuläres Risiko ist etwa vierfach erhöht", sagte der Präsident des diesjährigen Kongresses Professor Manfred Weber von der Universität Köln. Bei Risikofaktoren wie Rauchen oder Hypercholesterinämie sei das Risiko nur um den Faktor 1,5 bis 2 erhöht. Eine Mikroalbuminurie (30 bis 300 Milligramm Albumin pro Liter Urin) liege bei etwa sieben bis acht Prozent der Bevölkerung vor. Die Mikroalbuminurie müsse in jedem Fall Anlaß für eine intensive kardiovaskuläre und renale Diagnostik sein, forderte Weber auf der DGIM-Veranstaltung in Berlin.

Mikroalbuminurie als früher Hinweis auf Nierenschäden ist lang etabliert. Als Indikator für vaskuläre Schäden an anderen Organen als der Niere wird dieser Parameter jedoch noch nicht genügend beachtet. Daß die Rate kardiovaskulärer Ereignisse in direktem Zusammenhang mit dem Ausmaß der Albuminurie stehe, hätten mehrere Studien belegt, so Weber.

Er empfiehlt allen Menschen ab 50 jährliche Mikroalbuminurie-Schnelltests, fordert aber auch seine Kollegen auf, diesem Parameter mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Anders als die auch von den Patienten selbst bezahlten, 500 bis 1000 Euro teuren Messungen von Kalkablagerungen in den Koronarien mit der sogenannten 64-Schichten-Computertomografie, sei die Harnuntersuchung mit etwa zwei Euro extrem preiswert und ihre Aussagekraft für das kardiovaskuläre Risiko durch Studien gut belegt.

Der 111. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin findet vom 2. bis 6. April 2005 in Wiesbaden statt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Immunvermittelte Myokarditis

Zweifel am allgemeinen Troponin-Monitoring für Krebskranke mit ICI

Kein benignes Symptom

Transienter Visusverlust zeigt kardiovaskuläres Risiko an

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Über eine Million Datensätze

Wie die Menopause Körperprozesse beeinflusst

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie können Ärzte Einsamkeit erkennen und ansprechen, Professor Adli?

Überprüft

5 Mythen übers Impfen im Faktencheck

Lesetipps
Rote Beete Wurzel, rote Beete Würfel, rote Beete Scheiben und rote Beete Saft.

© Daniel Vincek / stock.adobe.com

Fallbericht

Eine fast fatale Gemüse-Überdosis