Ärzte Zeitung, 26.09.2011

Schlafstörungen gehen auch aufs Herz

BERLIN (eb). Neuen Studien zufolge stehen Schlafstörungen im Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall zu begünstigen. Auch umgekehrt können Herzerkrankungen Schlafprobleme verursachen.

Über diese Wechselwirkungen und Zusammenhänge diskutieren Experten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), die vom 29. September bis 1. Oktober in Wiesbaden stattfindet.

Kürzlich entdeckte genetische Ursachen vieler Schlafstörungen gelten als Ansatzpunkte für neue Therapieformen.

"Diese Entdeckung könnte von großer Tragweite sein, weil wir die Herzen von Patienten mit gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus besser schützen können", wird Professor Peter Young, Leitender Arzt der Sektion Schlafmedizin und neuromuskuläre Krankheiten am Universitätsklinikum Münster, in einer Mitteilung der DGN zitiert.

Atherosklerose kann den Schlaf stören

Dass eine Atherosklerose auch den Schlaf stören kann, fanden Neurologen erst kürzlich heraus. In mehreren Studien konnten sie die dabei wirkenden Mechanismen beschreiben und nachweisen, dass auch umgekehrt ein Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht.

Schlafmangel beeinträchtigt nicht nur die geistige Leistungsfähigkeit der Betroffenen, sondern auch die ihrer Herzen: "Leidet ein Mensch primär an Schlaflosigkeit, kann das sein Herz und seine Blutgefäße nachhaltig schädigen", so der Schlafforscher.

In Deutschland leben nach Angaben der DGN etwa fünf Millionen Menschen mit medizinisch relevanten Schlafstörungen, darunter viele Schichtarbeiter.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »