Ärzte Zeitung online, 18.12.2017

Transplantationsmedizin

Auf der Suche nach individueller Immunsuppression

FRANKFURT / MAIN. Immunsuppressiva nach Organtransplantationen lösen ja oft schwere Nebenwirkungen aus. Die Kinderärztin Dr. Sarah Ulrich, Uniklinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität in München, will die Immunsuppression nach einer Herzverpflanzung an die individuellen Bedürfnisse der Patienten anpassen, so die Deutsche Herzstiftung (DHS) in einer Mitteilung. Das Forschungsziel ist es, Biomarker zu identifizieren, anhand derer Ärzte prognostizieren können, ob und wie viel Medikation sie gegen die Abstoßung einsetzen müssen. Bisher werde dafür nur der Medikamentenspiegel zu Rate gezogen.

Als Biomarker eigneten sich Zellen – zum Beispiel regulatorische T-Zellen–, Gene und Proteine. "Ideal wäre eine Palette spezieller Marker – ein Biomarker-Panel–, das alle relevanten Parameter umfasst und das sich anhand einer einmaligen Blutprobe bestimmen lässt", wird Ulrich zitiert. Sie benutzt ein bereits entwickeltes Panel von Biomarkern, welches bislang aber nur bei der Vorhersage der Immunaktivität von leber- oder nierentransplantierten Patienten getestet wurde.

An der Studie nehmen rund 70 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene teil, schreibt die DHS. Bei den regelmäßig stattfindenden Kontrolluntersuchungen werde den Patienten alle sechs Monate Blut abgenommen und nach Biomarkern zur Immunaktivität durchsucht. Die DHS unterstütze die Arbeiten der Medizinerin mit der "Gerd Killian-Projektförderung" und einem Förderbetrag von 59.840 Euro. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Sport nach Infarkt kann Leben retten

Wer nach einem Herzinfarkt sportlich aktiv wird oder bleibt, sorgt dafür, dass seine Überlebenschance sich deutlich erhöht, so eine Studie frisch von der EuroPrevent 2018. mehr »

Diese Keime machen Kliniken zu schaffen

Krankenhauspatienten haben einer Umfrage zufolge die größte Sorge, mit einem multiresistenten Keim infiziert zu werden. Häufig eine mediale Dramatisierung, findet ein Hygieneexperte. Einige Erreger bereiten Medizinern aber Kopfzerbrechen. mehr »

Cannabis – das heiße Eisen in der Praxis

Cannabis auf Kassenkosten, da herrscht auch nach einem Jahr noch keine Routine in deutschen Arztpraxen: Verunsicherte Politiker, gespaltene Ärzteschaft und klagende Patienten. Ein Überblick über den Status Quo. mehr »