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Lebensmittel

"Mit Zuckerkennzeichnung weniger Herztote"

Kennzeichnung zugesetzten Zuckers in Lebensmitteln (etwa Softdrinks) und entsprechende Lebensstiländerungen könnten viele Fälle von Herzkrankheiten und Diabetes verhindern, berichten US-Forscher.

Veröffentlicht:

BOSTON. Bei Fertig-Lebensmitteln in den USA muss künftig nicht nur der Gesamtzuckergehalt, sondern auch die Menge des Zuckerzusatzes angegeben werden, hat die "US-Food and Drug Administration" verfügt.

Den möglichen präventiven Effekt hat ein Team um Professor Renata Micha des National Institute of Health und der Tufts Universität in Boston in einer Modellrechnung untersucht.

Danach ließen sich mit der Kennzeichnung und davon abgeleiteten Maßnahmen in den USA zwischen 2018 und 2037 über 354.000 Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und fast 600.000 Typ-2-Diabetes-Fälle verhindern, schätzen die Forscher. Mit den Präventions-Erfolgen ließen sich die Nettokosten für die Gesundheitsversorgung um 31 Milliarden US-Dollar reduzieren (Circulation. 2019; online 13. Mai).

Die Forscher gehen davon aus, dass US-Bürger aktuell täglich 37,3 g Zucker pro Tag konsumieren. Diese Menge werde in den nächsten 20 Jahren sowieso um 5,8 g abnehmen und könne sich durch die geplante Kennzeichnung um weitere 2,1 g reduzieren.

Nach Ansicht der Studienautoren ließe sich der größte Effekt erzielen, wenn Hersteller wegen der Kennzeichnungspflicht den Zuckergehalt der Lebensmittel reduzieren würden.

Das Inkrafttreten der Kennzeichnungspflicht wurde in den USA schon mehrmals verschoben, um der Industrie Zeit für die Umsetzung zu geben. Bis 2020 soll sie nun für große Hersteller gelten, bis 2021 für kleine Hersteller. Die Autoren sehen in den Ergebnissen ein weiteres Argument, die Richtlinie schnell umzusetzen.

Der Erfolg der Kennzeichnung hängt auch davon ab, ob sie von den Konsumenten beachtet und verstanden wird. Die zusätzliche Kennzeichnung gebe den Verbrauchern die Chance, besser über ihre Ernährung zu entscheiden, gesündere Produkte auszuwählen und somit ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes sowie ihr Sterberisiko zu senken, so die Forscher. (sj)

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