Direkt zum Inhaltsbereich

Blutgruppen-Tausch

Zwei Enzyme machen 0 aus A

Veröffentlicht:
Blutgruppenbestimmung – nicht nur wichtig, wenn es um Transfusionen geht.

Blutgruppenbestimmung – nicht nur wichtig, wenn es um Transfusionen geht.

© bojan fatur / iStock / Thinkstock

VANCOUVER. Die Blutgruppe in Blutspenden könnte sich in Zukunft auf die von allen vertragene Gruppe 0 ändern lassen. Das ist nun kanadischen Forschern zumindest mit der Blutgruppe A gelungen (Nature Microbiol 2019; online 10. Juni).

Sie hatten aus dem Darmbakterium Flavonifractor plautii die zwei Enzyme FpCBM32 und FpGH36 extrahiert. Mit deren Kombination konnten die Forscher in Blutprodukten der Gruppe A das terminale Zuckermolekül N-Acetylgalactosamin der A-Antigene entfernen.

Die A-Antigene werden so zu H-Antigenen, die auch bei Trägern der Gruppe 0 vorkommen. Erythrozyten dieser Blutgruppe lösen bekanntlich keine Hämagglutination aus und werden von allen Transfusionsempfängern vertragen.

Die Wissenschaftler konnten die Enzyme später wieder aus den Blutprodukten eliminieren, sodass sie bei einer Transfusion nicht in den Empfängerkörper gelangt wären.

Schätzungsweise sind 40 Prozent aller Menschen Träger der Blutgruppe 0, weitere 40 Prozent der Blutgruppe A. Blutspendedienste beklagen immer wieder einen Mangel an Konserven.

Ließe sich künftig die Blutgruppe von A-Spender in 0 umwandeln, wäre dies „versorgungstechnisch höchst vorteilhaft“, wie Dr. Markus Müller, Oberarzt am Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie am Klinikum der Goethe-Uni Frankfurt, in einer ersten Reaktion gegenüber dem „Science Media Center“ sagte.

Allerdings müssten zuvor noch zahlreiche Fragen in klinischen Studien – zunächst an Tieren, dann am Menschen – beantwortet werden. (nös)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Plötzlicher Herztod

Für wen ein subkutaner Defibrillator infrage kommt

Studie „gescheitert“

Wirkt Spironolacton bei HFpEF?

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Apps auf Rezept im Visier

Schutz vor Regress bei der DiGA-Verordnung

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Lesetipps
Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Jörg Schelling

© Foto: Matthias Balk

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Ein Arzt arbeitet mit einer KI-Anwendung.

© Deemerwha studio / stock.adobe.com

Von DiGA bis Chatbot

Wie KI hilft, die rheumatologische Versorgung zu verbessern